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Alexander der Große

05.02.2012 | 20:58 Uhr
Alexander der Große

ETB -
Heidelberg81:76 (30:34)

ETB: Alexander (21/davon 2 Dreier), Kapelan (19/3), Wysocki (19/3), Henley, Chones (je 8), Carney (5), Schröter (1), Buljevic, Kesselring, Bartels, Kern.
Die Viertel: 14:12, 16:22, 19:18, 32:24.
Der Spielfilm: 2:6 (5.), 11:6 (7.), 14:12 (10.), 18:14 (13.), 18:24 (16.), 25:26 (18.), 25:31 (19.), 30:34 (20.), 32:40 (22.), 41:42 (23.), 45:44 (25.), 45:50 (28.), 49:52 (30.), 49:57 (32.), 61:57 (35.), 67:59 (36.), 73:61 (38.), 81:76 (40.).
Zuschauer: 950.

Auch Igor Krizanovic gab irgendwann auf. Er winkte ab. Eine Szene, die nicht unbedingt auf Chris Alexander gemünzt sein musste – aber sie passte so schön ins Bild. Denn dieser Chris Alexander war einfach nicht mehr einzufangen. Mit 81:76 bezwang Basketball-Zweitligist (Pro A) ETB den USC Heidelberg, vor allem Dank des US-Boys, der sich nach dem Spiel in Chemnitz noch mit einem dicken Knie und einem damit verbundenen Kreuzbandriss-Verdacht auseinandersetzen musste. In Dauerbehandlung bei Ärzten und Physios – und ohne einmal trainiert zu haben – stand Alexander dann doch im Kader.

Und er kam in der 14. Minute, um ein schwaches schwarz-weißes Spiel zu beleben. Was nicht sofort gelang, in der zweiten Halbzeit aber umso intensiver. Alexander animierte das Publikum, scherzte mit den Schiedsrichtern, feuerte sich und seine Mannschaft an – und versenkte wichtigste Würfe. Chris Alexander legte für diese 20 Minuten sein breitestes Grinsen auf – und ließ sich eben nicht mehr aufhalten. Ja, der Point Guard überdrehte auch in manchen Situationen, übersah freistehende Mitspieler. Für seinen Trainer ein Drahtseilakt: Man dürfe ihn nicht zu stark einschränken, „sonst nimmt man ihm zu viel davon weg, was ihn ausmacht“. Krizanovic bedankte sich jedenfalls ausdrücklich: „Wir haben nun eine enorme Breite in unserem Kader, aber dieses Spiel hat auch gezeigt, dass wir ohne Chris noch nicht da sind, wo wir sein wollen. Mit ihm steigern sich alle.“

Die Anzeichen mehren sich, dass in Zukunft weniger Verantwortung auf den vergleichsweise schmalen Schultern Alexanders liegen muss. Die beiden Neuzugänge im ETB-Dress überzeugten auf ihre ganz eigene Art und Weise: „Hüne“ Sascha Kesselring räumte defensiv ab, Diego Kapelan gewann mit zunehmender Spieldauer an Selbstvertrauen und steuerte 19 Punkte bei. Stark! Und Kapelan strahlte: „Ich habe eine Menge durchgemacht diese Saison und ich bin so froh, beim ETB spielen zu können.“ Er müsse sich etwas umgewöhnen, „aber das Team ist fantastisch und wir haben erst eine Woche zusammen trainiert“.

Auf eine positive Entwicklung hofft auch Igor Krizanovic. Die Aussichten sind gut wie selten zuvor. Die Bank ist tief, gegen Heidelberg stand nur Kapitän Sebastian Schröter gut eine halbe Stunde auf dem Parkett. Der breite Kader entlastet sich automatisch selbst. Krizanovic: „Daraus müssen wir Profit schlagen.“

Schwer war der ETB gegen Heidelberg in die Gänge gekommen. In ein Spiel, dass es doch unbedingt zu gewinnen galt, wenn man die Playoffs will. „Bei uns hat sich unter der Woche viel getan, vielleicht ist es uns daher etwas schwerer gefallen, uns zu fokussieren“, versuchte sich Krizanovic an einer Erklärung. Positiv: Auch in dieser durchwachsenen ersten Halbzeit blieben die Wohnbau Baskets auf Schlagdistanz. Mit vier Punkten Rückstand ging es in die Pause, auf acht Zähler wuchs der Abstand an (22. und 32.). Dann explodierte Chris Alexander und mit ihm das ETB-Spiel.

Alexander trottete nach dem Spiel frisch geduscht in Richtung Abendessen. „Das war so ein wichtiges Spiel, da wollte ich unbedingt dabei sein. Jetzt bin ich müde.“

Achim Faust

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