Abstiegsängste am Moltkeplatz

Im Aufstiegsjahr 2013 war die Welt beim  SV Moltkeplatz  noch in Ordnung: (v.l.) Rainer Jungblut, Stivin Matti, Stefan Bartmann, SVM-Vorsitzender Willy Schulte-Zweckel, Patrick Priebe, Ahmed Hassan, Christian Chwalek.
Im Aufstiegsjahr 2013 war die Welt beim SV Moltkeplatz noch in Ordnung: (v.l.) Rainer Jungblut, Stivin Matti, Stefan Bartmann, SVM-Vorsitzender Willy Schulte-Zweckel, Patrick Priebe, Ahmed Hassan, Christian Chwalek.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nach einem sorgenfreien Aufstiegsjahrmit Rang sechs ziert das Team um Rainer Jungblut nun das Tabellenende.

Ein geflügeltes Wort im Sport lautet: „Nach dem Aufstieg ist das zweite Jahr immer das schwerste.“ Diese Erfahrung muss auch SV Moltkeplatz in der Tischtennis-Verbandsliga machen. Noch ohne Saisonsieg und mit nur vier Unentschieden ziert das Team um Rainer Jungblut das Tabellenende.

Eingeplant war das nach dem sicheren sechsten Platz im Premierenjahr keineswegs. Der Weggang von Arasch Housseini wurde durch Andreas Langehaneberg aufgefangen und es gab Hoffnung, dass Ozan Kizilates nach langer Verletzungspause wieder einsteigen würde. Gerade vom SC Buschhausen gekommen und eine Woche nach seinem Finaleinzug bei den Kreismeisterschaften 2013, hatte er sich im zweiten Punktespiel das Kreuzband gerissen. Der dürfte inzwischen ausgeheilt sein, aber bei SVM rätselt man, warum sich Kizilates im letzten halben Jahr im Verein nicht mehr hat sehen lassen.

Das ist aber nur ein Teil der Erklärung für den Absturz. Die Misere wurde noch verschärft, als Stivin Matti wegen gesundheitlicher Probleme immer wieder ersetzt werden muss. Weitere Gründe sieht der SVM-Vorsitzende Willy Schulte-Zweckel (79) in der Doppelschwäche sowie der Tatsache, dass die Spieler hinter Rainer Jungblut und Langehaneberg ihre Bestleistungen nur zu selten und vor allem nie gleichzeitig abrufen. „Dadurch litt das Selbstvertrauen erheblich“, sagt Schulte-Zweckel, „und uns fehlt ein Ersatz, der in dieser Klasse auch punktet“. Der erst 17-jährige Christopher Brielmann versucht zwar, im Notfall diese Lücke zu schließen, aber dem jungen Mann mangelt es naturgemäß noch an Abgebrühtheit. Es kommen also viele Faktoren zusammen, die am Moltkeplatz einmal mehr Abstiegsängste schüren. Und das ausgerechnet fast 50 Jahre nach dem erstmaligen Finaleinzug um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. In der überfüllten Turnfesthalle verlor SVM das Endspiel (8:9) gegen Tusa Düsseldorf wegen des schlechteren Satzverhältnisses.

Alle Höhen und Tiefen miterlebt

Für Schulte-Zweckel ist das in der wechselvollen Vereinsgeschichte nichts Neues. Seit 1958 hat er alle Höhen und Tiefen miterlebt; lange Zeit als Spieler in vorderster Reihe und seit vielen Jahren in führenden Positionen. Er ist deshalb Realist genug, den Ernst der Lage zu beurteilen, bemüht allerdings auch in erster Linie das „Prinzip Hoffnung“. Ähnlich, jedoch noch etwas skeptischer, sieht es Spitzenspieler Rainer Jungblut: „In den restlichen sieben Spielen kann zwar noch viel passieren, aber….“

Von diesen Meriten kann man sich heute aber nichts mehr kaufen. Nach dem wenig erfolgversprechenden Derby in Heisingen muss am letzen Februar-Wochenende im Heimspiel gegen den nur drei Punkte besseren Konkurrenten TST Buer-Mitte unbedingt der erste Sieg eingefahren werden, um die „rote Laterne“ abzugeben und erst einmal auf den Relegationsplatz klettern zu können. Auch bei MTG Horst und Adler Union Frintrop hofft man darauf, dass SVM das rettende Ufer noch rechtzeitig erreicht. Schließlich stehen gegen die beiden befreundeten Lokalrivalen die letzten Saisonspiele auf dem Programm, und deren Ausgang wird die Konkurrenz sicher mit Argusaugen beobachten.