30:28 – Tusem kämpft sich gegen Hamm ins Spiel zurück

Chef auf dem Parkett: Tusem-Kapitän Paul Trodler.
Chef auf dem Parkett: Tusem-Kapitän Paul Trodler.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wieder mal ein Handball-Krimi. Die Essener Fans unter den 2108 Zuschauern mussten ihr Kommen am Freitagabend nicht bereuen.

Tusem -
ASV Hamm-Westfalen 30:28 (15:12)

Tusem: Donderis Vegas, Bliß; Ellwanger (2), Schlüter (1), Keller, Hansen, Seidel (16/5), Lindt (3), Hornyak (2), Schetters, Szczesny (2), Ridder (3), Trodler, Mürköster (1).

ASV Westfalen-Hamm: Doden, Mrkva; Blohme (1), Doldan (5), Brosch (1), Fuchs (5), Wiegers (2), Ritterbach (3), Zdrahala, Gudat, Wiencek (4), Gaubatz (4), Possehl (3).
Schiedsrichter: Chung/Otto;
Zuschauer: 2108.
Strafminuten: 0 – 8.

Siebenmeter: 6/5 – 2/0.

„Spielfilm“: 1:2 (4.), 2:4 (6.), 4:4 (9.), 8:4 (14.), 11:7 (20.), 13:8 (25.), 15:12 (Halbzeit), 15:15 (33.), 16:20 (40.), 18:22 (42.), 23:22 (49.), 25:25 (54.), 28:26 (57.), 30:26 (58.), 30:28 (60.).

Zweitligist Tusem hat in dieser Saison vor seinen seinen Fans schon so manchen Handball-Krimi im Sportpark inszeniert. Die emotionale Achterbahnfahrt beim 30:28-Erfolg über den ASV Westfalen-Hamm stellt das jedoch alles in den Schatten.Nach der Pleite in Dormagen hatte Essens Trainer Mark Dragunski Besserung gelobt und besonders in der Abwehr eine starke Leistung gefordert, die die Grundlage eines Erfolges sei. Und das, was die Essener in der ersten Halbzeit auf die Platte brachten, verdiente sich wahrlich den Namen Abwehr.

Starke Abwehrarbeit

Die Tusem-Deckung verschob gegen die Gäste aus Westfalen nahezu wie aus dem Lehrbuch. ASV-Trainer Kay Rothenpieler hatte vor dem Anpfiff gefordert: „Wir müssen selbst für die entsprechenden Lücken sorgen.“ Allein: Die Essener Abwehr ließ – bis auf die Anfangsminuten – nicht viel Lücken zu. Und da auch Tusem-Keeper Sebastian Bliß einen glänzenden Tag erwischte, zogen die Gastgeber nach einem anfänglichen Rückstand bis auf vier Tore davon (8:4.). Diesen Vier-Tore-Vorsprung hätte der Tusem auch fast mit in die Pause genommen (15:12), wobei sich in der Schlussphase, als die Gäste auf eine offensivere Deckung umstellten, schon andeutete, dass den Essenern diese Formation nicht so behagte.

Lasse Seidel erzielt 16 Tore

Das sollte sich in der zweiten Halbzeit bestätigen. Innerhalb von drei Minuten glich Hamm nach unnötigen Fehlern der Essener aus. Die ordnende Hand von Michael Hegemann, der sich mittags mit hohem Fieber vom Krankenbett aus hatte abmelden müssen, fehlte. Der Ausfall des Routiniers schien schwerer zu wiegen als das Fehlen von Fabian Huesmann, Edgar Landim, Marian Orlowski und Georg Pöhle bei den Gästen. Die nutzten die sich nun ergebenden Freiheiten konsequent. Sehr zur Freude ihrer zwei Bus starken Fangruppe auf den Rängen. Beim 16:20 (40.) drohte die Partie endgültig zu kippen. Der Tusem war angezählt wie ein Boxer nach einem Wirkungstreffer. Aber der Tusem war nicht ausgeknockt. Mit einem parierten Strafwurf von David Wiencek setzte Tusem-Keeper Sebastian Bliß praktisch ein Zeichen, ein Zeichen für seine Mitspieler, aber auch ein Zeichen in Richtung Fans, die bei dem Rückstand schon etwas ruhiger geworden waren. Das Zeichen wurde verstanden. Die Spieler hängten sich noch einmal richtig rein, fanden in der Abwehr zu mehr Sicherheit zurück. Und im Angriff wurde wieder – trotz der offensiven Hammer Abwehr – geduldiger auf eine Chance gewartet. Das zahlte sich aus. Angeführt von dem alles überragenden Torschützen Lasse Seidel (16/5) und den Fans im Rücken startete der Tusem eine erfolgreiche Aufholjagd. Der Ausgleichstreffer zum 22:22 (49.) sollte dabei nur ein Etappenziel sein. „Michael Hegemann hätte uns in der einen oder anderen Phase sicherlich geholfen, das ist keine Frage. Aber dass die Mannschaft auch ohne ihn sich wieder in die Partie gekämpft hat, verdient höchsten Respekt“, lobte Tusems Sportlicher Leiter Stephan Krebietke.