Wechsel der Generation gestalten

Fachsimpeln am Rande des Neujahrsempfangs (v.l.): Alt-Bürgermeister Michael Eckhardt, Turnierleiter Stephan Kirsch und Thorsten Kornemann, Sportlicher Leiter Spax-Cup.
Fachsimpeln am Rande des Neujahrsempfangs (v.l.): Alt-Bürgermeister Michael Eckhardt, Turnierleiter Stephan Kirsch und Thorsten Kornemann, Sportlicher Leiter Spax-Cup.
Foto: Michael Scheuermann

Ennepetal..  Die Grenze des Machbaren scheint erreicht, der Generationswechsel steht bevor und der Verein hilft dem Nachwuchs bei der Berufs-Orientierung. Diese Schwerpunkte gab es beim jüngsten Neujahrsempfang des TuS Ennepetal.

Vorsitzender Dr. Michael Peiniger machte einmal mehr deutlich, dass er im März 2016 nicht mehr als Vorsitzender kandidieren werde. Überdies stehe im laufenden Jahr das Thema Generationswechsel rund ums Bremenstadion ganz oben auf der Tagesordnung. „Einen Führungswechsel muss man gestalten“, sagte Peiniger, der vor 17 Jahren mit „Vize“ Frank Oberdorf die Führung des Vereins übernommen hatte.

Vor allem bezog Peiniger dies auf die erste Mannschaft, die in der dritten Saison in der Oberliga spielt. Dabei nimmt der TuS Ennepetal finanziell die Rolle des Underdogs ein. Beim Etat von etwa 200 000 Euro für den Fußballbetrieb sei man in der Oberliga weit unter dem, was andere Klubs ausgeben. Übrigens bei einem Gesamtumsatz im vergangenen Jahr von einer halben Millionen Euro. „Da sind Vereine, die das zehnfache an Budget haben“, so Peiniger.

Der Vorsitzende verhehlte dabei nicht, dass der Fußball-Oberligist keineswegs Ennepetal repräsentiere. Das sei auch an den Zuschauerzahlen abzulesen. Gleichwohl ist das Turnier der A-Junioren um den Spax-Cup ein großer Identifikations-Faktor in der Klutertstadt und Umgebung. „Wir haben viele Fußball-Verrückte, die drei- oder viermal zum Training kommen und am Wochenende für uns spielen“, so Peiniger über die semi-professionellen Strukturen am Bremenplatz. „Wir können froh sein, wenn wir noch einige Jahre in der Oberliga spielen werden.“ Überdies erteilte er einer Überdachung der Tribüne eine Absage. Die werde es mit öffentlichen Mitteln nicht geben.

Mehr ginge in der Jugend, so Michael Peiniger. Der neue Jugendleiter Matthias Blau pflichtete bei, dass sich die Bilanz der Jugend sehen lassen könne. Alle Mannschaften seine zweigleisig, so dass in jeder Jugend ein Alt- und ein Jung-Jahrgang an den Start gehe. „Ich sehe die derzeitigen D-Junioren um Trainer Volker Schmidt als goldenen Jahrgang“, so Blau. „Mal sehen, wen wir davon in einigen Jahren bei den Senioren wieder sehen werden.“ Ein wichtiger Faktor seinen die ehrenamtlichen Kräfte. Die vorhandenen Personen „machen einen super Job“. Dennoch sei man stets auf der Suche nach weiteren Ehrenamtlichen.

Jörg Kuhlmann beschrieb während des Empfanges die neuen Wege, die der Nachwuchs mit der heimischen Wirtschaft gehe. „Sport trifft Wirtschaft“ nehme als Projekt immer konkretere Züge an. „Wir wollen unseren Nachwuchs fit für den Beruf beziehungsweise für die Ausbildung machen“, erläuterte er. Mittlerweile haben sich 22 Kicker verbindlich für einen Workshop angemeldet, der eine Orientierung über diverse Berufe gebe, und darüber hinaus zeige, wie der Markt für sie aussehen, was dieser für die Spieler hergeben könne.

Wie berichtet, hatte Thorsten Kornemann, Sportlicher Leiter des Pfingstturniers, das Teilnehmerfeld mit Fluminense, Southampton, Hannover 96 und Borussia Dortmund (Gruppe 1), Titelverteidiger Mineiro, Rotterdam, Hamburger SV und TuS Ennepetal (Gruppe 2) vorgestellt. Übrigens zum letzten Mal mit Wilhelm Wiggenhagen in seiner Funktion als Schirmherr des Spax-Cups. Er tritt nicht mehr bei den nächsten Wahlen zum Bürgermeister an.

Finale Hannover gegen Ennepetal

Moderator Marc Schulte entlockte dem A-Jugend-Spieler David Riedel, dass er Fan von Hannover 96 sei. Und: Riedel hoffe auf ein Traumfinale der Ennepetaler gegen Hannover. „Vielleicht treffen wir auch im Halbfinale aufeinander“, so David Riedel. Sein Mannschafts-Kollege Sebastian Reisiger gab sich da diplomatischer. „Es wäre geil, die Großen zu ärgern. Vielleicht erzielen wir ein Tor oder holen einen Punkt.“