Vorbereitung läuft seit November

Jan Peiniger auf dem Weg zum Triathlon – hier beim Triathlon in Hannover, wo er  4:28:59 Stunden für 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren sowie einem Halbmarathon benötigte, und Platz drei seiner Altersklasse M30 erreichte.
Jan Peiniger auf dem Weg zum Triathlon – hier beim Triathlon in Hannover, wo er 4:28:59 Stunden für 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren sowie einem Halbmarathon benötigte, und Platz drei seiner Altersklasse M30 erreichte.
Foto: WP

Ennepetal/Frankfurt..  Wenn am kommenden Samstag der Ironman in Frankfurt in Szene geht, wird es (mindestens) eine Premiere geben: Jan Peiniger aus Ennepetal wird erstmals die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und den Marathon-Lauf in Angriff nehmen. Seit November 2014 bereitet sich der Wahl-Düsseldorfer gezielt auf dieses Ereignis vor, hat im Internet ein Trainings-Tagebuch verfasst (pushing-limits.de). Sein Ziel: „Ich strebe keine bestimmte Platzierung an. Ich will mein Trainings-Potenzial ausschöpfen und einfach nur den Ironman bewältigen“, sagt er.

In Sachen Vorbereitung hatte der Debütant einiges auf sich genommen. Viele Trainingskilometer ist er gelaufen, Rad gefahren und ist diese auch geschwommen. Das war es eigentlich schon. So hat beispielsweise Peiniger nicht zwingend sein Ernährungs-Programm umstellen müssen. „Ich habe einen sehr guten Umsatz“, so Peiniger. „Ich esse ausgewogen und viel. Ich muss einfach nur nachschieben.“ Das hört sich für viele beneidenswert an.

Trainingslager auch auf der Insel Mallorca

Überhaupt mutet sich die Vorbereitung des Ennepetalers auf diese enorme körperliche Herausforderung vergleichsweise lässig an. „In erster Linie steht mein Freizeit-Vergnügen“, so Jan Peiniger. Wenngleich es auch hier und da die eine oder andere Schmerzgrenze zu überwinden galt. Beispielsweise gab es ein Trainingslager auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca.

Neben der körperlichen Vorbereitung ist dieser Start in Frankfurt am Main sowie die Vorbereitungen nicht zum Nulltarif zu haben. Denn neben der Zeit, die Jan Peiniger aufbringen muss, sind es auch einige Euro, die er für dieses Hobby ausgeben musste. Der Neopren-Anzug fürs Schwimmen nimmt einen dreistelligen Betrag ein. Dazu hat er einen Verschleiß an Laufschuhen, die ja nicht die billigsten sein dürfen. „Drei bis vier Paare pro Jahr gehen drauf“, so Peiniger. Auch hat er sich ein Rennrad angeschafft, das an Leichtigkeit kaum zu überbieten ist. Dazu muss es eine gehörige Stabilität besitzen. Mit einer vierstelligen Summer ist hier er dabei. „Es geht aber auch immer teurer in den Anschaffungen“, weiß Jan Peiniger, der sich intensiv mit Ausrüstungen aller Art beschäftigt hat. Na ja, und der Start in der Hessen-Metropole kostet auch: Für den Ironman am Main muss Jan Peiniger 580 Euro berappen.

Und warum macht er das? Gibt es eine Wette? War es eine Schnapsidee? Jan Peiniger winkt ab. Nichts von dem steckt dahinter. Es habe sich halt so ergeben, weil „ich etwas Ambitioniertes machen wollte“, sagt der Ennepetaler. Spätestens mit einem Start zum Halbmarathon in Köln hatte Peiniger Blut geleckt.

Bruder Christoph will bis 2020 Ironman bestehen

Am Rande: In der Tat gibt es eine Wette innerhalb der Familie Peiniger – Vater Michael sitzt dem TuS Ennepetal vor und Mutter Angelika unterstützt den Ennepetaler TuS-Vorstand und den Spax-Cup mit unglaublich viel Sekretariatsarbeiten. Denn der Bruder von Jan Peiniger, Christoph (er spielt für den A-Liga-Meister BW Voerde Fußball) hat mit dem Vater gewettet. Bis zum Jahr 2020 will der Verteidiger einen Ironman abgeliefert haben.

Bis dahin steht viel Training auf dem Programm – aber am kommenden Samstag auch einiges an Anschauungs-Unterricht. Denn viele Familienmitglieder sowie viele Freunde werden Jan Peiniger nach Frankfurt begleiten, ihn unterstützen, ihn anfeuern.

Überhaupt hat die Unterstützung von Familie und Freunden Jan Peiniger während der Vorbereitung oft getragen. „Kein Frage, dass alle dazu beigetragen haben, dass ich am Ball bleibe“, so Jan Peiniger. Überdies immer dabei: Trainer Carlo Schmidt-Wendling, der für die richtige Portionierung der Einheiten sorgte.

Härtetests zuletzt inHagen und Hannover

Die jüngsten Härtetests absolvierte Jan Peiniger in Hagen und in Hannover. Ab dem Hengsteysee – fünf Wochen vor dem Start in Frankfurt – standen für Jan Peiniger ein Kilometer Schwimmen, 42 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen auf dem Programm – viermal hoch zur Hohensyburg. Über Platz acht im Gesamtfeld und Platz zwei in der Altersklasse M30 hatte sich Peiniger („Meine erste Podiumsplatzierung überhaupt.“) riesig gefreut.

Nur eine Woche später ging es an die Leine nach Hannover. Traumwetter, Traumzeit – und mit 4:28:59 Stunden für 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren sowie einem Halbmarathon reichte es für den Rang acht der Gesamtwertung und Rang drei in der Altersklasse. Peiniger war glücklich – aber total erschöpft. Bis zum kommenden Samstag wird er ausgeruht sein – für den ersten Ironman seines Lebens. Und wer weiß, was danach kommt . . .