Vor allem Jugend lag ihm am Herzen

Seit April 2006 Ehrenmitglied: Horst Heidtfeld (2.v.r.; mit  v.l. Hanns Grüner, Werner Hagedorn, Jürgen Wollenburg und Wolfgang Marold).
Seit April 2006 Ehrenmitglied: Horst Heidtfeld (2.v.r.; mit v.l. Hanns Grüner, Werner Hagedorn, Jürgen Wollenburg und Wolfgang Marold).
Foto: WR

Schwelm..  Er war immer dabei, half, wo er nur konnte. Er war da, wenn man Rat brauchte, wenn es um den Schwelmer Fußball ging. Am Brunnen, an den Roten Bergen. Horst Heidtfeld konnte zum lebendigen Inventar gezählt werden. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb das Schwelmer Urgestein 76-jährig in der vergangenen Woche.

Die Geschichte des Schwelmer Fußballs ist auch ein bedeutender Teil des Lebens von Horst Heidtfeld, der insbesondere ein gutes Verhältnis zur Jugend hatte. Stets freundlich war er auch zu den Gäste, zu den jeweiligen Schiedsrichtern. Unvergleichlich sein verschmitztes Lächeln.

Immerhin war er über 60 Jahre Mitglied und wurde entsprechend geehrt: erst beim FC Schwelm 06, dann bei der SG Schwelm 06/95 (Zusammenschluss mit GW Schwelm), schließlich beim VfB Schwelm (Zusammenschluss mit SF Schwelm). Er half mit, diese Fusionen mit Leben zu erfüllen.

Heidtfeld war auch eine Art Pionier. Denn in 1972 war er es unter anderem, der eine Frauen-Mannschaft im Schwelmer Fußball mitgründete. Allerdings war dies zunächst nur eine einjährige Episode in der über 100-jährigen Geschichte des Schwelmer Fußball. Verschiedenste Verpflichtungen sorgten dafür, dass sich in 1973 das Team auslöste – doch fast alle Spielerinnen kam zur Feier anlässlich des „Zehnjährigen“.

Historische Ereignisse

Viele Erfolge hat er am Brunnen erlebt, viele historische Ereignisse. So im Jahre 1969, als ein gewisser Rolf Rüssmann als Jugendspieler des FC Schwelm 06 feierlich verabschiedet wurde. Dieser wechselte zum Bundesligisten FC Schalke 04. „Mit heimlichem Stolz hat Horst dessen spätere sportliche Laufbahn verfolgt“, so VfB-Vorstandsmitglied Michael Starke.

Dazu feierte Heidtfeld viele Vereinserfolge mit. Einer der größten in 1983: der FC Schwelm 06 steigt in die Landesliga auf – u. a. mit Spielertrainer Peter Drenks. 17 Jahre später – inzwischen hatte der Brunnen einen Rasenplatz bekommen (Eröffnung am 1. Juli 1988) – ging es zurück in die Bezirksliga.

Horst Heidtfeld ließ sich in die Pflicht nehmen. Gerne und besonders für den Nachwuchs. Viele Jahrzehnte prägte er das Geschehen zunächst am Brunnen, später auch in den Roten Bergen. Als Jugendleiter war Heidtfeld über 38 Jahre lang eine Institution. Als er nicht mehr „Frontmann“ sein wollte, engagierte er sich immer noch als Jugendkassierer. Während der stärksten Zeiten waren es über 320 Jugendliche, die für Schwelm in 13 Mannschaften im offizielle Spielbetrieb kickten.