Voerde verliert die erste Runde um Aufstieg in die Bezirksliga

Die Schrecksekunde nach einer Minute: Doch Keeper Michel Hakenberg konnte weiter spielen.
Die Schrecksekunde nach einer Minute: Doch Keeper Michel Hakenberg konnte weiter spielen.
Foto: WP

Gevelsberg. Die erste Runde geht an den SSV Hagen. Durch einen Strafstoß-Treffer von Marco Rummenhohl behielten die Volmestädter im ersten Relegationsspiel zum Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga mit 1:0 (1:0) die Oberhand gegen den FC BW Voerde.

Die entscheidende Szene des Spiels vor etwa 1 000 Zuschauern im Silscheder Waldstadion spielte sich nach 36 Minuten ab. Enes Demir, der nimmermüde Stürmer der Hagener, passt steil zu Michel Ferreira. Dieser flinke Mittelfeldspieler stellt dabei einmal mehr seine Sprintqualitäten unter Beweis. Das knapp 30 Meter lange Solo endet im Voerder Strafraum – abrupt. Denn Giuseppe Padula kam nicht wirklich hinterher und bremste den Hagener mit einem Foul. Nichts anderes als ein Strafstoß war die Folge. Und Rommenhohl brachte das Leder mit aller Coolness im gegnerischen Netz unter. Voerdes Keeper Michel Hakenberg hatte nicht den Hauch einer Chance.

Einmal mehr präsentierte sich Voerde in den ersten 45 Minuten von der schlechteren Seite. Kaum Zugriff zum Spiel, der SSV konnte fast schalten und walten wie sie wollten zwischen den Strafräumen. Allen voran Kapitän Mustafa Mecal, der einst übrigens beim damaligen Westfalenligisten TuS Ennepetal spielte, und eben Michel Ferreira, der nie wirklich zu stoppen war.

Und dennoch: Voerde zeigte sich sicherer im Vergleich zur Phase vor der Pause beim Entscheidungsspiel am vergangenen Dienstag gegen den VfB Schwelm. Hakenberg präsentierte sich souverän, alles andere als nervös. Wenngleich wegen des Keepers vielen Voerdern der Atem stockte. Es war noch keine Minute gespielt, als Demir lang geschickt wurde und plötzlich allein vor dem Voerder Gehäuse auftauchte. Hakenberg parierte, prallte aber mit dem SSV-Stürmer zusammen. Schock-Schwerenot: Hakenberg blieb liegen, musste behandelt werden. Paul-Gerhard Daus zog sich das Trikot mit „71 – Pauli“ über, lief sich warm. Es drohte ein Torwartwechsel. Schließlich die Entwarnung. Es konnte mit Hakenberg weiter gehen.

Vor dem Keeper stellte sich die etablierte Viererkette mit Christoph Peiniger und Frank Litschel-Rampelt in der Innenverteidigung, Sven Olav Mais und Florian Elsche auf den Außenbahnen. Sie machten einen guten Job, sorgten dafür, dass die optische Überlegenheit des SSV Hagen nicht in Tore umgemünzt werden konnte.

Überdies stand das Mittelfeld in der Defensive gut. Auch wenn den Hagenern zunächst viel überlassen wurde: das ging nur bis zur Strafraumgrenze gut. Meist jedenfalls. Wechselweise bauten sich Tobias Schipnik oder Gaetano Salvo, Giuseppe Padula oder Stefan Pietzyk, manchmal auch Sinan Akbaba – wenn es sein musste auch Stürmer Michael Huwald – vor der Abwehrreihe auf. In wenigen Situationen kam es gar zur Fünfer-Kette vor der Viererkette.

Erst nach der Pause baute sich Voerde auf, wurde stärker, kam auch zur einen oder anderen Chancen. Insbesondere in der Schlussphase kamen die Ennepetaler oftmals gefährlich vors Hagener Gehäuse. BWV-Trainer Lars Möske hatte überdies für mehr Druck gesorgt, indem er Jannis Pflüger und Tim Zawadzki nach gut einer Stunde ins Spiel brachte. Neben Huwald war es Schipnik, der durchaus den Ausgleich auf dem Fuß hatte.

Andererseits stand auch Michel Hakenberg weiter im Brennpunkt. Denn der SSV Hagen dachte nicht daran, die eigenen Angriffe aufzugeben. Gegen Demir (Freistoß) und Mecal (Nachschuss) hielt der Voerde Keeper in allerhöchster Not (86.). Doch so wirklich wussten die Volmestädter nicht in den gegnerischen Strafraum einzudringen. Nur einmal hatte Voerde noch Glück, als sich erneut Ferreira in den 16er tankte. Durch die Mitte von Pflüger und Mais. Der Hagener blieb an einem Bein hängen fiel, ein Pfiff – und die Verwarnung für Ferreira wegen der angeblichen Schwalbe.

Klar, dass die Voerder unmittelbar nach dem Abpfiff enttäuscht waren. Doch Trainer Lars Möske befand, dass noch nichts verloren sei. Vor allem die Leistung nach der Pause stimmte ihn zufrieden. „Für das Rückspiel ist noch alles drin“, so Möske.