Verbesserte Strukturen greifen schon

Als als Trainer der Regionalliga-Mannschaft engagiert: Frank Herzbruch.
Als als Trainer der Regionalliga-Mannschaft engagiert: Frank Herzbruch.
Foto: Michael Scheuermann

Schwelm..  Jahreswechsel, Jahresbilanz – so ist es häufig. Bei den EN Baskets Schwelm ist es eine Bilanz rückblickend für etwa ein halbes Jahr. Denn erst im vergangenen Sommer hat sich der Basketball-Zweitligist, Pro B Süd, von den Schwelmer Baskets umfirmiert und umbenannt.

Mit diesem Schritt solle der Zweitligist professioneller aufgestellt werden, so hieß es im Sommer 2014. Und im Januar 2015 bestätigen dies Omar Rahim, hauptamtlicher Baskets-Geschäftsführer, und Frank Herzbruch, im Vorstand sowohl bei den EN als auch RE Baskets Schwelm engagiert. „Wir sind strukturell besser aufgestellt als vor einem dreiviertel Jahr“, so Rahim, der auch als Jugend-Koordinator bei RE tätig ist.

Insbesondere gilt das dafür, dass die anstehenden Arbeiten auf mehreren Schultern verteilt sind. „Früher war dies eher eine One-Man-Show, die Marvin Eberle geleistet hat“, so Frank Herzbruch. „Das war eine immense Leistung, die er neben seinem Beruf geleistet hatte. Hut ab.“ Und dieses Engagement sei nicht mehr von einer Person zu schaffen, um die Strukturen mehr zu professionalisieren. „Das gilt auch im Hinblick auf das mittelfristige Ziel Pro A“, so Omar Rahim.

Dass der Blick in die nächst höhere Liga der 2. Bundesliga realistisch gerichtet werden kann, liegt auch in der absehbaren Fertigstellung der neuen Halle an der B7. „Das ist einen glückliche Fügung“, so Frank Herzbruch, der sich als Verein nicht als Hausherr dort fühlen möchte. „Insgesamt tut die Halle dem Schwelmer Sport gut.“

Mehr Durchlässigkeit

Zu den verbesserten Strukturen der Schwelmer Basketballer gehört auch die engere Verzahnung von EN und RE Baskets Schwelm. „Wir schaffen es, eine größere Durchlässigkeit von der Bundesliga zur Regionalliga, vielleicht sogar bis zur Landesliga und damit auch zu unserer Jugend zu schaffen“, erläutert Herzbruch. Überhaupt ist man im Schwelmer Lager mit dem bisher Erreichten zufrieden. In der Pro B ist die Mannschaft weiterhin auf Playoff-Kurs. Die RE Baskets haben sich als Neuling in der 2. Regionalliga gut postiert, belegen derzeit den vierten Platz. Frank Herzbruch trainiert zusammen mit Routinier Kristofer Speier die Mannschaft. Und auch die Rolle der Landesliga-Truppe, als Tabellensechster, ist für das Gesamtprodukt nicht zu unterschätzen. Trainer Jan-Philipp Buchwald, der von Martin Schrader unterstützt wird, führt eine gelungene Mischung aus Jung und Alt.

„Wir wollen noch mehr eigene Spieler für die Pro B ausbilden“, so Omar Rahim. Wobei Ausbildung den Vorrang vor Ergebnissen hat. Youngster und Eigengewächse wie Vladimir Pinchuk, Filip Ugrenovic, Mirko Krieger, Lukas Erdhütter, Jens Winterberg oder Mike Krämer sind auf bestem Wege. Sie profitieren dabei auch von Tipps und Tricks der Routiniers. Schade ist derzeit nur, dass mit Benjamin Rust (Muskelbündelriss) ein erfahrener Akteur für einige Wochen nicht spielen kann.

Schule hat Vorrang

Probleme müssen allerdings noch in der Jugendarbeit gelöst werden. Denn sowohl die Form der Ganztagsschule als auch das Abitur mit dem zwölften Schuljahr ist für den Jugend-Basketball nicht gerade förderlich. „Wir kooperieren sehr gut mit den Schulen“, unterstreicht Omar Rahim. „Aber durch die schulischen Anforderungen dauert es erst einmal bei den Spielern etwa eine halbe Stunde im Training, ehe es richtig los gehen kann. Erst dann haben sie den Kopf frei.“ Gerade die Jungs der Klassen neun bis zwölf seien betroffen. „Die arbeiten länger als Leute im normalen Job“, so Rahim. Ganz klar ist für die Baskets-Verantwortlichen, dass „Schule den absoluten Vorrang hat“, so Herzbruch.

Ein Lösungsansatz wäre vielleicht so etwas wie ein Basketball-Internat. Doch an eine Realisierung in Schwelm ist derzeit nicht zu denken.