Umbruch muss man erstmal wegstecken

Hagen/Gevelsberg..  In der Relegation um den Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga treffen an den kommenden Samstagen BW Voerde und SSV Hagen aufeinander. Mit SSV-Trainer Ömür Turhan, der das bevorstehende Nervenspiel aus dem Vorjahr kennt, führten wir ein Interview.

Herr Turhan, Sie haben den Krimi, den sich Voerde und Schwelm geliefert haben, live verfolgt. Welchen Eindruck haben Sie gewonnen und was für ein Gegner kommt mit BW Voerde auf Ihre Mannschaft zu?

Ömür Turhan: Ich habe zwei starke Mannschaften gesehen, die fast keine Schwächen gezeigt haben. Beide Teams haben gezeigt, warum sie in ihrer Staffel ganz vorne gelandet sind. Wer dann am Ende im Elfmeterschießen gewinnt, ist natürlich ein glücklicker Sieger. Voerde war vielleicht als Team etwas besser und hat sich meinen Respekt auf jeden Fall verdient.

Dass Ihr Gegner vom Samstag schon ein Kraft- und Nerven-kostendes Entscheidungsspiel hinter sich und zwei Tage weniger zum Ausruhen hat, sehen Sie das als Vorteil für Ihre Mannschaft?

Es könnte sein. Doch andererseits haben die Voerder das Flair eines Entscheidungsspiels vor großer Kulisse schon kennengelernt, was ihnen zugute kommen könnte. Ich sehe uns nicht als Favorit.

Viele hatten Ihre Mannschaft vor dieser Saison zum haushohen Favoriten erklärt. Hat das Team mit 80 Punkten aus 28 Spielen ohne Niederlage und 137:14 Toren nicht nur seine Pflicht erfüllt?

Keineswegs. Man muss die Ausgangslage sehen: Nach der souveränen Staffel-Meisterschaft in der vergangenen Saison wurde der erhoffte Aufstieg in der Relegation binnen einer Woche verspielt. Das führte zu einer großen Depression. Elf Spieler meldeten sich ab, darunter acht Stammkräfte. So etwas muss man erst mal wegstecken. Wir haben das geschafft. Diese Saison war schwerer als die vorige. Mit der Mannschaft aus der Saison 2013/14 wären wir jetzt nicht Meister geworden.

Warum nicht?

Zum einen, weil wir in der abgelaufenen Serie noch mehr gefordert worden sind als im Spieljahr zuvor, zum anderen, weil die aktuelle Mannschaft charakterlich stärker ist.

Zuletzt gab es einige Ausfälle. Wie komplett wird das Gefüge am Samstag sein?

Die meisten Spieler stehen wieder zur Verfügung. Serdar Demirel, unser bester Torschütze, hat seine Sprunggelenkverletzung noch nicht ganz auskuriert. Er will aber dabei sein.

Vor einem Jahr ist der SSV an Breckerfeld gescheitert, das als Bezirksligist bis zum vorletzten Spieltag Chancen auf den Landesliga-Aufstieg hatte. Was sagen Sie dazu?

Es hat sich gezeigt, dass wir gegen eine guten Gegner verloren haben, der in der Bezirksliga wenig verändert antrat und trotzdem eine sehr gute Rolle gespielt hat. Wenn wir den Aufstieg geschafft hätten, hätten wir mit unserer jetzigen Mannschaft in der Bezirksliga mindestens Relegations-Rang zwei erreicht. Aber das ist hypothetisch.