TSG Sprockhövel ganz jung aufgestellt

Leroy Kwadwo (rechts)  gehört zu den Talenten, die mit den Sprockhöveler A-Junioren in der vergangenen Saison sensationell den Bundesliga-Aufstieg schafften. Auch in der Senioren-Mannschaft kam er schon zum Einsatz.Foto:Archiv / Ziegler, Olaf
Leroy Kwadwo (rechts) gehört zu den Talenten, die mit den Sprockhöveler A-Junioren in der vergangenen Saison sensationell den Bundesliga-Aufstieg schafften. Auch in der Senioren-Mannschaft kam er schon zum Einsatz.Foto:Archiv / Ziegler, Olaf
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Sprockhövel/Ennepe-Ruhr..  Mit einem runderneuerten Kader wird die TSG Sprockhövel in die Oberliga-Saison 2015/2016 starten. Sommerzeit ist im Baumhof auch immer Wechselzeit. Die TSG verpasst sich fast in jedem Jahr einen neuen Anstrich, weil viele Spieler von anderen Vereinen umworben werden und die eigene Jugend nachrückt. Wie gesagt: Zahlreiche Wechsel hat es bei der TSG immer gegeben, aber so viele wie im Sommer 2015 nur ganz selten. Nur zehn Spieler aus dem Kader der vergangenen Saison sind geblieben, elf Spieler - inklusive Andrius Balaika, der seine Karriere beendet hat und jetzt Trainer des Oberliga-Teams ist - stehen nicht mehr zur Verfügung.

Auf der anderen Seite kommen 13 Neue, wobei es mit Torwart Robin Benz (U23 VfL Bochum) und Abwehrspieler Marcel Erdelt (U19 VfL Bochum) nur zwei externe Zugänge gibt. Elf Spieler rücken aus der Sprockhöveler A-Jugend-Mannschaft auf. Aus eben jener Mannschaft, die in der Saison 2014/2015 geradezu sensationell den Bundesliga Aufstieg geschafft hat.

Zwei externe Zugänge sind natürlich wenig, doch die TSG-Verantwortlichen haben sich ganz bewusst dafür entschieden, diesen Weg zu gehen. „Es ist ja nicht so leicht, erfahrene Spieler zu finden, die über das Niveau verfügen, das unsere A-Jugendlichen schon haben“, sagt Andrius Balaika, der am besten wissen muss, was die jungen Spieler aus dem Baumhof drauf haben. Denn er hat sie immerhin trainiert.

Balaika ist davon überzeugt, dass die aufrückenden A-Jugendlichen das Zeug für die Oberliga haben. Allerdings ist sich der Litauer auch darüber bewusst, dass sich die Nachwuchskräfte erst eingewöhnen müssen. Zwar haben Spieler wie Finn Heiserholt, Leroy Kwadwo, Simon Bukowski, Kadir Can Akgül oder auch Emre Karaca schon bei den Senioren gespielt, doch jetzt stehen sie vor einer anderen Situation. Jetzt sind sie auch in der Verantwortung. „Wenn man fester Bestandteil einer Mannschaft ist, dann ist das schon anders, als wenn man als A-Jugendlicher nur gelegentlich hinzu kommt“, sagt denn auch Andrius Balaika. „Es ist klar, dass die Jungs eine gewisse Eingewöhnungsphase brauchen werden. Und ich weiß nicht, wie lange diese Phase dauern wird. Dass das auch ein Risiko ist, ist mir klar. Doch dieses Risiko nehme ich als Trainer auf mich.“

Und es gibt ja nicht nur die jungen Burschen. Es gibt im Kader auch noch erfahrene Spieler, die den A-Jugendlichen helfen können. Zum Beispiel Adrian Wasilewski, Max Claus und ganz bestimmt auch Raoul Meister, der nach dem Wechsel von Christian Kalina zum SC Obersprockhövel einen neuen Partner in der Innenverteidigung bekommen wird.

Kandidaten dafür gibt es einige. So könnten Timo Janicki, Leroy Kwadwo oder Finn Heiserholt an der Seite des TSG-Kapitäns spielen. „Wenn sie dann so einen erfahrenen und so guten Nebenmann wie Raoul haben, dann ist das natürlich enorm hilfreich“, sagt Andrius Balaika, der sich über die Spieler, die den Verein verlassen haben, keine Gedanken mehr macht. „Natürlich hätte man sich den einen oder anderen noch gut in der Mannschaft vorstellen können“, sagt der 36-Jährige. „Doch wenn sich diese Spieler anders entscheiden, dann muss ich das akzeptieren. Ich beschäftige mich jetzt nur noch mit denen, die im Kader stehen.“

Angesichts der zahlreichen Umstellungen formuliert sich das Saisonziel der TSG Sprockhövel fast wie von selbst. Es geht um den Klassenerhalt – und um nichts anderes. „Das wird schon schwierig genug“, sagt Trainer Andrius Balaika. „Ich rechne mit einer sehr starken und sehr ausgeglichenen Oberliga. Aber wir wollen auf jeden Fall die Klasse halten. Wenn wir das schon am drittletzten Spieltag schaffen, nicht erst am vorletzten, wäre das eine tolle Sache. Wir sind ja keine Träumer. Träumen darf man wenn wir den Klassenerhalt schaffen und die Mannschaft zusammenbleibt. Dann kann man sich vielleicht höhere Ziele setzen.“