Schwelm: Malinowski vergrößert Lazarett
21.10.2011 | 15:57 Uhr 2011-10-21T15:57:00+0200
Schwelm.Alarmstufe Rot bei den Schwelmer Baskets. In der 2. Basketball-Bundesliga, Pro B, droht dem letztjährigen Nord-Meister ein Abdriften in untere Tabellenregionen. Das Ziel, die Play-Offs zu erreichen, ist in Gefahr. Die Verletzungsmisere hat die Kreisstädter voll erwischt. Mit Hochdruck arbeiten die Baskets-Verantwortlichen um Trainer Raphael Wilder um kurzfristige personelle Alternativen.
Es waren 109 Sekunden gegen den Liga-Favoriten Rasta Vechta (79:86, 37:45) gespielt am Donnerstagabend, als Dominik Malinowski im Zweikampf umknickte, liegen blieb und mit Hilfe vom Parkett humpelte. Fuß hoch, Eis auf den Knöchel, erste Diagnose: Bänderriss im Sprunggelenk. Bestenfalls ein Kapselriss. So oder so: Der Aufbauspieler, der „dabei ist mehr und mehr Verantwortung zu übernehmen“ (so Baskets-Trainer Raphael Wilder), wird wohl zwei Wochen ausfallen. Schlimmstenfalls länger.
Dabei ist die personelle Situation ohnehin stark angespannt. Fabian Gentgen, in der vergangenen Saison immer mehr zur Führungspersönlichkeit gereift, hat noch keine Sekunde gespielt. Ende seiner Verletzungspause: offen. Jason Holmes zog sich einen Bänderriss in der Schulter zu. Vier bis sechs Wochen, so glaubt der Verein, wird er ausfallen. Vielleicht dauert diese Zwangspause länger.
Damit ist die Personaldecke arg ausgedünnt, das Leistungsniveau kann einfach nicht mehr so hoch sein. Das, was die Baskets gegen Vechta zeigten, war bereits das Limit. Kampf, Einsatz und Wille stimmten. Auch die Abwehrleistung – wenngleich Vechta stark bei den Offensiv-Rebounds war. So wuchsen Kramer und Schermeng über sich hinaus, Dücker agierte unterm Korb gewohnt souverän, Dohmen findet immer besser den Weg zum Korb, Speier spielte solide und Agyapong hatte schnell seine Nervosität überwunden und agierte gut. Dazu war David Bunts ausgesprochen stark. Abstriche gab es lediglich bei Davon Baker. Dennoch: Einen echten Führungsspieler hat es auf dem Parkett bisher (noch) nicht gegeben.
„Hervorragend, alle haben gekämpft, mehr ist nicht drin“, bescheinigt Wilder, dem derzeit neben den vier Centerspielern Dohmen, Dücker, Speier und Agyapong noch die beiden Amerikaner Bunts und Baker sowie die Aufbauspieler Kramer und Schermeng zur Verfügung steht. Somit ist klar: Ein Aufbauspieler muss her. Und zwar bald. „Möglichst ein erfahrener Spieler“, so Wilder.
Jürgen Malbeck, der ehemalige Bundesligaspieler von Rhöndorf hatte in der vergangenen Saison Wilder zuliebe bei den Baskets ausgeholfen, steht übrigens nicht zur Disposition. Er will nicht mehr, will maximal einmal pro Woche trainieren. Zudem würde er als Centerspieler nicht ins Profil passen.
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