Präzision und Geschwindigkeit
13.06.2012 | 14:53 Uhr 2012-06-13T14:53:00+0200
Schwelm. „Trainieren, trainieren und noch mal trainieren“ – wer beim Vorlauf des ADAC-Kartslalom-Cups für Jugendliche in Schwelm eine gute Figur abgeben wollte, musste perfekt vorbereitet sein. Das findet zumindest Joachim Ebinghaus, der Vorsitzende des ADAC-Ortsklubs AMC Schwelm. Und ein Blick auf die anspruchsvolle Strecke gibt ihm Recht. Denn für das neutrale Auge macht der Slalomparcours auf den ersten Blick den Eindruck eines unübersichtlichen Gewirrs aus kleinen orange-weiß gestreiften Pylonen.
130 Kinder und Jugendliche rasen an diesem Tag durch die engen, teils verwinkelten Tore, auf der Jagd nach wichtigen Zehntelsekunden. Bei diesem Vorlauf, dem sechsten von insgesamt acht, geht es um die Qualifikation zur Westfalenmeisterschaft in fünf Altersklassen. Und auf dem Weg dorthin ist Präzision mindestens genauso wichtig wie Geschwindigkeit.
Denn Sponsor und Ausrichter ADAC stellt grundsätzlich hohe Anforderungen in Form von Grundsatzaufgaben an die jungen Fahrer. Die vielen engen Ecken zwingen sie zu starkem Einlenken und kniffligen Drifts. Fällt eine der die Strecke begrenzenden Pylonen, werden dem Fahrer zwei Strafsekunden angerechnet. „Schnelligkeit allein nützt nichts“, warnt Joachim Ebinghaus.
Nachwuchsfahrer Lennart hat sich das zu Herzen genommen. Der Zehnjährige trainiert einmal wöchentlich beim AMC und reist dafür extra aus Werdohl in die Kreisstadt. „Anfangs hatte ich noch Probleme mit dieser Strecke, später bin ich super zurecht gekommen“, freut er sich. Nicht umsonst absolviert jeder Fahrer neben zwei Wertungsläufen auch einen extra Trainingslauf.
Lennarts großes Vorbild ist der ehemalige Formel 1-Weltmeister Fernando Alonso. „Ich wollte schon immer etwas mit Motorsport machen“, schwärmt der selbstbewusste Schüler. Einen ersten Schritt in die Fußstapfen seines Idols hat er bereits gemacht: am Sonntag sicherte sich Lennart mit zwei fehlerfreien Läufen (33,79 und 34,54 Sekunden) den dritten Platz in seiner Altersklasse.
Die vom AMC gestellten Karts, mit denen Lennart und seine Mitstreiter durch den Parcours schnellen, sind mit 6,5 PS ausgerüstet und bringen es in der Spitze auf stolze 200 Kilometer pro Stunde. „Aber nicht heute“, beschwichtigt Joachim Ebinghaus. Nicht zu Unrecht ist Kartfahren in seinen Augen ein teures Hobby. „Das meiste Geld geht für die Verschleißteile, wie Reifen und Kupplung, drauf“, weiß der AMC-Vorsitzende. Für die Geldbeutel der vielen PS-begeisterten Kinder und Jugendlichen, genauer gesagt ihrer Eltern, sind die vom AMC Schwelm geliehenen Fahrzeuge deshalb ein wahrer Segen. Ebinghaus: „Sie sind die preiswerteste Möglichkeit, diesen Sport zu betreiben.“
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