Phoenix setzt mehr denn je auf eigene Talente

Ennepe-Ruhr/Hagen..  Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen setzt mehr als jeder Konkurrent aktuell auf den eigenen Nachwuchs – und will diesen Trend noch verstärken. „In zwei Jahren sollte jeder deutsche Spieler bei uns im Kader wenigstens die NBBL bei Phoenix durchlaufen haben“, sagte Trainer Ingo Freyer beim Frühjahrs-Sponsorentreffen mit Blick auf das große Talentreservoir der Region. Schon in der aktuellen Saison, diese Bilanz präsentierte der Phoenix-Coach, führen die Hagener die Liga bei Einsatzminuten für U22-Akteure an. Für die nächste Spielzeit geht Phoenix bei der am 15. April anstehenden Abgabe der Lizenzanträge von einem Etatansatz von 2,9 Millionen Euro aus.

Selbst ausgebildete Spieler

Die Skyliners aus Frankfurt lagen in der letzten Saison bei der Einsatzzeit noch vor Phoenix, doch deren junge Stammkräfte wie Danilo Barthel, Joe Voigtmann oder Konstantin Klein werden auch älter und sind nicht mehr in der Bundesliga-Wertung ab Jahrgang 1993. Die führen jetzt die Hagener dank Niklas Geske, Fabian Bleck, Moritz Krume und Jonas Grof an.

„Wir haben uns noch verbessert, sind mit Abstand auf Platz eins“, berichtete Freyer stolz. Zudem beruhen die jungen Einsatzminuten der in der Rangliste folgenden Teams aus Bayreuth und Tübingen nicht auf selbst ausgebildeten Akteuren wie bei Phoenix sondern fast ausschließlich auf jeweils einem verpflichteten Ausnahmetalent – hier David Brembly, dort Bogdan Radosavljevic.

Auf die starke Jugendarbeit mit ausschließlich Nachwuchs aus der Region verwies auch Aufsichtsrat Dietmar Günther. Der ehemalige Juniors-Coach zählte sieben Phoenix-Spieler, die aus Hagen, Herdecke, Schwelm und Lüdenscheid stammen, in den aktuellen Nationalkadern des Deutschen Basketball-Bundes auf. „Wir schaffen es, Hagener zu Nationalspielern auszubilden“, sagte Günther, „das gibt es so in ganz Deutschland höchstens noch in Berlin.“ In vier Jahren habe man insgesamt 1,1 Millionen Euro in die Jugendarbeit gesteckt, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten würden Gelder nicht aus diesem Bereich abgezogen. Günther: „Das habe ich bei Brandt Hagen anders erlebt.“

Probleme überwunden

Dass man unter finanziell etwas besseren Voraussetzungen als vor der aktuellen Saison, in der man sich zunächst nur fünf Importspieler leisten konnte, in die nächste Spielzeit gehen kann, machte Oliver Herkelmann deutlich.

„Es war die Kulmination aller Probleme in diesem Jahr, das haben wir überwunden“, sagte der Phoenix-Geschäftsführer. Voraussichtlich etwa 2,75 Millionen Euro beträgt der Etat in der laufenden Spielzeit, für die nächste Saison plant Phoenix mit 2,9 Millionen. Den Spieleretat, so erklärte der Geschäftsführer, hoffe man um 25 Prozent erhöhen zu können. „Unter drei Millionen ist es in der Bundesliga ganz schwierig“, machte Herkelmann - gestern auf dem Weg zur Liga-Tagung in Oldenburg - aber auch klar: „Wir nähern uns dem jedes Jahr mehr an.“ Auf eine starke Jugend ist man auch deshalb also weiter angewiesen.