Peter Haarmann aus Ennepetal dominierend

Peter Haarmann (SF Ennepetal).
Peter Haarmann (SF Ennepetal).
Foto: WP

Olpe/Ennepetal..  Bedrohlich schob sich eine schwarze Regenwolke nach der anderen von Westen her in die Waldenburger Bucht. Doch was Wunder: Es fiel nicht ein Tropfen während des insgesamt fünfstündigen und fünften Biggesee-Marathons. Ausrichter TV Attendorn hatte Wetterglück.

Zwar fehlte dadurch das hochsommerliche Flair, auch verlor sich kein Badegast an der ohnehin schmalbrüstigen, weil abgelassenen Biggetalsperre. Doch den gut 200 Aktiven des Marathons dürften die kühlen Temperaturen ganz recht gewesen sein.

Kühl war auch die Jubelpose des Siegers. Peter Haarmann von den Sportfreunden Ennepetal holte sich den Titel über die 42-Kilometer in 3:19,19 Stunden. Und 1:25 Minuten vor Jan Prochaska von der LG Nord Berlin.

40 von 42 Kilometern vorn

Im Ziel reckte Haarmann den rechten Zeigefinger in die Luft. Es war nicht der Überschwang eines Läufers, der um Haaresbreite triumphiert. Dazu hatte Haarmann das Rennen auch zu klar dominiert. Über 40 Kilometer hatte er die Führung ununterbrochen innegehabt.

Dennoch: „Ich bin nicht klug gelaufen,“ übte der 49-Jährige nachher Selbstkritik, „vom Kopf her ist das anstrengend.“ Da sei es schon angenehmer, bei 40 Kilometern noch Sechster zu sein und dann noch vier Leute zu überholen. So wie vor drei Wochen in Menden, wo er Zweiter wurde.

Von Haus aus ist Haarmann Ultraläufer, hat schon gut 100 Marathons auf dem Buckel. Dennoch hatte er Respekt vor dem in Attendorn. „Ich habe ein Jahr lang wegen einer Verletzung gar nichts gemacht,“ verriet Haarmann, der seit dem Jahr 2000 läuft. Ab Januar hat er sich wieder herangearbeitet und durfte sich in Attendorn über den Sieg freuen. Den hatte er übrigens einkalkuliert: „Ich habe mit meiner Frau verabredet, nachher noch in die Sauna zu gehen und habe ihr gesagt: Kann sein, dass ich gewinne, dann wird’s später.“

Lob an den Ausrichter

Wie Peter Haarmann lobten alle Beteiligten die wunderschöne Strecke. „Ein sehr schöner Lauf,“ sagte Jan Prochaska, ebenso Ultraläufer wie Sieger Haarmann. Zuletzt hat er noch die 234 Kilometer von Berlin nach Usedom bewältigt. Da ist ein Marathon ander Bigge ein Ausflug ins Grüne.