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Perfekte Tagesleistung abgerufen

21.07.2012 | 07:00 Uhr

Breckerfeld. Hawaii – für die Einen beliebtes Urlaubsziel, für die Anderen Austragungsort eines der härtesten Rennen der Welt: dem Ironman. Jeder ambitionierte Triathlet träumt davon einmal an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Der Weg dahin ist hart und entbehrlich. Florian Hanakam, selbst Triathlet und Dozent für Trainings- und Sportwissenschaften an der Ruhr-Uni Bochum, weiß das aus erster Hand.

„Seit ich Triathlon mache ist es mein Traum in Hawaii mit dabei zu sein“, erzählt der Breckerfelder. Vor 15 Jahren hat er mit dieser Sportart begonnen, und mittlerweile ist er so gut, dass ihm aufgrund seiner Leistungen die Ehre zu Teil geworden ist, bei der Ironman-EM in Frankfurt am Main im Profifeld zu starten. Hanakam hatte sich vorgenommen in neuneinhalb Stunden ins Ziel zu kommen und hoffte, dass diese Zeit für einen der begehrten Startplätze für die Ironman-WM auf Hawaii reichen würde.

In nicht einmal zehn Stunden wollte der 39 Jahre alte Vorzeigeathlet also 3,86 km schwimmen, 180 km Fahrrad fahren und zu guter Letzt noch einen Marathon über 42,2 km laufen. Viele Menschen sind froh, wenn sie es schaffen eine dieser Distanz ohne Unterbrechung hinter sich zu bringen. Es steht außer Frage: ohne entsprechendes Training ist diese Ausnahmeleistung nicht zu schaffen. „Als Doktor der Sportwissenschaft kenne ich mich mit Trainingsplanung und -steuerung aus, das war sehr hilfreich“, sagt Hanakam.

Akribisch hat er seinen Trainingsplan aufgestellt und sich diszipliniert daran gehalten. Im Schnitt 18 Stunden hat er neben seiner Arbeit und drei Leichtathletikgruppen, die er beim TuS Breckerfeld betreut, pro Woche trainiert.

„Es gehört dazu, dass man auch mal abends um 23 Uhr eine Runde laufen geht oder bereits morgens um kurz nach sechs aufs Fahrrad steigt“, erklärt Hanakam. Bei diesem enormen Zeitaufwand ist es meistens die Familie, die Abstriche machen muss. „Ohne meine Frau, die unfassbar verständnisvoll ist und mich unterstützt, hätte das nicht funktioniert“, dankt Hanakam seiner besseren Hälfte, die ihm seinen Traum ermöglicht hat.

Trotz des Trainings und aller Vorbereitungen hing der Traum am Ende von einer perfekten Tagesleistung ab. Um 6.45 Uhr fiel der Startschuss bei der Europameisterschaft. Neun Stunden und 34 Minuten später erreichte Hanakam das Ziel und damit fast punktgenau in seiner Wunschzeit. Und auch sein Traum ging in Erfüllung: als 17. seiner Altersklasse (M40 bis 44) und 122. von insgesamt 2 500 Startern hatte er die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in der Tasche.

Seine Einzelergebnisse: Schwimmen (3,86 km) 1:02:10 Std. – Radfahren (180 km) 5:07:27 Std. – Laufen (42,2 km) 3:18:22 Std.; zusammen exakt 9:34:11 Std.

Im Oktober geht es nun nach Hawaii. Seine Frau und seine beiden Kinder begleiten ihn dahin. Für sie wird es ein schöner Urlaub werden, für ihn das härteste, aber sicherlich auch schönste Rennen seines Lebens.

Matthias Blau



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