Müller ist völlig sprach- und ratlos

Lüdenscheid/Gevelsberg.. Das, was keiner im Gevelsberger Lager für möglich gehalten hat, ist eingetreten: Handball-Verbandsligist HSG Gevelsberg-Silschede hat sich im Vergleich zum Vorsonntag noch mal verschlechtert. Nach indiskutabler Leistung in Recklinghausen folgte gestern Nachmittag eine weitere schlechte Vorstellung. Und die endete mit 28:31 (17:12)-Niederlage bei der HSG Lüdenscheid.

Ja, richtig gelesen! Zur Pause führten die Gäste aus Gevelsberg. Mehr noch, schlimmer noch! Noch 90 Sekunden zeigte die Uhr an, die noch bis zur Pause zu spielen sind. Und Gevelsberg führt gar mit 17:10. Sieben Tore mehr als der Gastgeber, kurz vor der Pause. Das muss doch reichen! Eigentlich. Doch was dann folgte, macht Gevelsbergs Trainer Hans-Peter Müller sprach- und ratlos.

Die Gäste-Akteure stellten das Handball spielen ein. Nichts gelang mehr. Die taktischen Anweisungen wurden konsequent ignoriert. Über die rechte Außenbahn kam gar nichts mehr in Richtung Lüdenscheider Gehäuse. Nur noch die linke Seite versprach ein wenig Gefahr. Doch auch das relativierte sich schnell, weil der Gevelsberger Angriff so mittlerweile viel zu leicht auszurechnen war. Zu allem Überfluss klappte es auch nicht mehr mit Tempogegenstößen.

Ganz anders Lüdenscheid. Die Truppe, eigentlich spielerisch unterlegen, zeigte mehr Biss, mehr Einsatz, mehr Enthusiasmus. Zudem gelang den Gastgebern die Gegenstöße. Müller zählte mindestens derer zehn, die erfolgreich endeten. Jedenfalls schaffte Lüdenscheid sieben Treffer in Folge – ohne Gegentor.

„Ich kann nicht sagen, was passiert ist“, so Hans-Peter Müller. „Wir haben konditionelle und mentale Probleme. Aber warum, das ist mir völlig schleierhaft.“ Klar ist, dass daran gearbeitet werden muss. Hart gearbeitet. „Das wird ein harte Woche“, so Müller. Und klar ist, dass Gespräche als Therapie oder Mittel zur Verbesserung nicht zur Tagesordnung wird. Müller: „Handball spielen ist kein Rhetorik-Kurs.“

Ob dies bis zum kommenden Sonntag reicht, wenn die vorgezogene Partie gegen den Westfalia Hombruch gespielt wird (Sonntag, 23. Oktober, 18.30 Uhr, Gevelsberger Halle West), dürfte beim jetzigen Stande der Dinge mehr als fraglich sein.