Monse und Kuhlmann haben das Potenzial zur Helden-Geschichte(n)

Ennepetal..  Es gibt Situationen im Fußball, die sind geschaffen, um Helden-Geschichte(n) zu schreiben. Sie bleiben haften – fast bis in alle Ewigkeit. So eine Helden-Geschichte ist beispielsweise der erste und einzige Erfolg des TuS Ennepetal beim Internationalen Pfingstturnier. Das war 1976 – und immer noch werden die Geschichten um diesen Erfolg erzählt. Und in diesem Jahr sind weitere hinzu gekommen.

Zum einen durch Flemming Monse. Schließlich ist es bereits ein Erfolg, wenn der gastgebende TuS Ennepetal in dem von internationalen, starken Kräften nur so gespickte Mannschaften einen Treffer erzielt. Monse hat – bei der unglücklichen 1:2-Niederlage gegen Feyenoord Rotterdam.

Weiteres Potenzial zur Heldensaga hat Aron Kuhlmann. Seines Zeichens Torwart des Bezirksliga-Spitzenreiter TuS Ennepetal. Während der vier Spiele an den drei Tagen des Turniers um den Spax-Cup, hat sich der Stamm-Keeper die Auftritt mit Thomas Marus und Menelaos Deligianis geteilt. Im möglicherweise entscheidenden „Helden“-Spiel hatte Kuhlmann seinen großen Auftritt.

Im Spiel um den siebten Platz schickte sich eine große Überraschung durch Ennepetal an. Klar, Hannover 96 war überlegen. Optisch. Doch die tapfer kämpfenden Ennepetaler ließen kaum Chancen zu. Und wenn, war Aron Kuhlmann zur Stelle. Tolle Paraden super Stellungsspiel. Dabei musste er auf ungewohntem Naturrasen zurecht kommen. „Normalerweise spielen wir auf Kunstrasen“, sagte er nach der Begegnung. Zu allem Überfluss hatte er auch noch Fußballschuhe an, die eigentlich auf Kunstrasen für festen Halt sorgen. Dennoch: Kuhlmann wurde zum großen Rückhalt seiner Mannschaft.

Seine Leistung hätte er im Strafstoß-Finale zum Sieg krönen können. Dazu war es gekommen, weil Ennepetal eine hundertprozentige Chance nicht unterbringen konnte – im gegnerischen Netz natürlich. Es war kurz vor dem Schlusspfiff nach einem Eckstoß für Hannover. Ennepetal wehrt ab, spielt den Ball lang, ganz lang nach vorne. Tarek Attar übernimmt den Konter. Neben ihm laufen Ilyas Kurnaz und Furkan Saygili mit. Vor sich steht nur noch H96-Keeper Alexander Rehberg. Attar passt zu Kurnaz, der an diesem Pfingstmontag seinen 18. Geburtstag feiert. Dieser will sich nicht selbst beschenken, spielt weiter. Ungläubiges staunen bei vielen im Rund des Bremenstadions. Nach der Begegnung meint der Sportliche Leiter Thomas Riedel: „Er musst weiter passen. So war die Situation.“ Und Saygili verpasst knapp das Gehäuse der Niedersachsen.

Im fälligen Strafstoßschießen macht Aron Kuhlmann gleich zweimal eine sehr gute Figur. Den zweiten Strafstoß von Hannover, den Moritz Riegel tritt, kann er halten. Hoffnung keimt auf. Doch Hannover gewinnt schließlich. Einen hätte Kuhlmann noch halten können. Als Lukas von der Ahr schießt, ahnt der Ennepetaler die richtige Ecke, ist auch noch mit der Hand dran – dennoch landet das Leder im Netz. „Das hat mich geärgert“, so Kuhlmann.

Turnier hat gepuscht

„Ich war nur vor dem Spiel extrem nervös“, beschreibt Aron Kuhlmann nach dem Spiel seine Gefühle unmittelbar vor dem Spiel. „Doch sofort mit dem Anpfiff war ich fokussiert auf das Spiel. Die Nervosität war weg.“

Aron Kuhlmann geht davon aus, dass die Mannschaft für das letzte Saisonspiel genug Power aus dem Turnier mitnimmt, um auch dieses Meisterschaftsspiel zu gewinnen, um nach nur einem Jahr zurück in die Fußball-Landesliga zurück zu kehren. Kuhlmann: „Das Turnier hat uns gepuscht. Wir werden es am kommenden Wochenende packen.“