Korbleger-Dingen ohne Schrittfehler

Anlaufen, Maß nehmen, Absprung und Wurf. Der neunjährige Tufan übt einen Korbleger nach dem anderen. Das klappt auch schon ganz gut. Doch wie schwer es ist, das Gelernte auf dem Feld umzusetzen, muss er bei einem kleinen Duell gegen Mitspieler Linus feststellen.
Anlaufen, Maß nehmen, Absprung und Wurf. Der neunjährige Tufan übt einen Korbleger nach dem anderen. Das klappt auch schon ganz gut. Doch wie schwer es ist, das Gelernte auf dem Feld umzusetzen, muss er bei einem kleinen Duell gegen Mitspieler Linus feststellen.
Foto: Bastian Haumann

Schwelm..  Anlaufen, Maß nehmen, Absprung, Wurf: Treffer und versenkt. Immer und immer wieder übte die zehnjährige Alexandra – ja, was denn überhaupt? „Das Korbleger-Dingen!“, sagte sie. Zu viele Schritte dürfe sie dabei aber nicht machen. „Möglichst nur zwei, sonst ist es ein Schrittfehler.“

Alexandra, eigentlich Fußballerin, probierte sich dieses Mal in einer ganze anderen Sportart aus: im Basketball. Sie gehörte zu einer Gruppe von fast 40 Kindern, die am Sparkassen Summer Camp der Baskets EN in der Sporthalle am Ländchenweg teilnahmen. Es startete vergangenen Freitag und endete am Mittwoch.

Hier lernten sie die ersten Grundlagen: Dribbeln, Passen, Werfen. Mal spielerisch, mal in durchstrukturierten Trainingseinheiten und immer unter Anleitung von Leon Fedder (18) von den Baskets, der zusammen mit Nils Wülfing, Mirko Krieger und Michaela Rakowitz zu den Ansprechpartnern für die Kinder gehörte.

„Es ist bereits die zweite Gruppe, die wir im Summer Camp begrüßen“, sagt Fedder. Die ersten Tage gehörten den Profis und Könnern, die weitaus tiefer in die taktischen und technischen Finessen des Sports eintauchten. Die letzten Tage waren für die gedacht, die noch Profi und Könner werden wollten. Und das ging auch mit großen Schritten voran.

„Ich habe gelernt, auf meine Mitspieler zu achten und sie gezielt anzuspielen“, sagte Anna, neun Jahre alt. Und es sei auch oft viel besser, über kurze Distanzen zu passen, als weite Bälle zu spielen. Daher musste natürlich auch an der Wurftechnik gefeilt werden.

Bei Michaela Rakowitz standen beispielsweise Freiwürfe und Würfe aus der Bewegung auf dem Programm. Doch auch, wenn die Kinder den Korb nicht immer trafen – Anna schätze, dass jeder zweite ihrer Würfe erfolgreich war – machte es ihnen viel Spaß.

Alexandra dachte sogar darüber nach, mit dem Basketball anzufangen, auch wenn sie ihren geliebten Fußball dafür nicht aufgeben will. Das Gelernte konnten die Kinder direkt umsetzen, auf dem Feld in einem richtigen Spiel. Und dort ging es richtig zur Sache. Wie die Großen schrien sie ihren Mannschaftskameraden „Defense! Defense!“ zu, wenn ein besonders gefährlicher Angriff lief. Doch was abseits des Feldes noch gut lief, war im Eifer des Gefechts nur schwer umsetzbar.

„Es ist ja auch einfach, alleine unter dem Korb zu stehen und zu treffen – bis jemand verteidigt“, sagte Linus. Der etwas ältere Tufan musste das am eigenen Leib erfahren. In einer Übung versuche er, gegen Linus möglichst viele Treffer zu erlangen. „Linus hat leider gewonnen“, gestand Tufan.