Kampf um Liga-Erhalt nach peinlichem Pokal-Aus

Sprockhövel..  Au weia. Fußball-Oberligist TSG Sprockhövel blamierte sich am Mittwochabend bis auf die Knochen. Das Halbfinalspiel gegen den Bezirksligisten TSG Herdecke ging mit 0:2 (0:1) verloren. Sprockhövel ist damit – wie berichtet – aus dem Wettbewerb ausgeschieden.

Jetzt folgt der Alltag, wenn im Kampf um den Klassenerhalt der SV Lippstadt im Baumhof gastiert. Dabei ist doppelte Wiedergutmachung angesagt: wegen der peinlichen Pokalniederlage, wegen des 0:7 im Hinspiel gegen Lippstadt.

Trainer reichlich angefressen

Sprockhövels Trainer, der zuletzt noch voll des Lobes war, wenn er über seine Mannschaft sprach, war diesmal reichlich angefressen. „Das war mit Abstand die schlechteste Leistung, die ich seit langer Zeit gesehen habe“, zürnte Robert Wasilewski. In Herdecke wurde schnell klar, dass die Sprockhöveler nicht richtig bei der Sache waren. Denn die Gastgeber hätten schon nach 120 Sekunden in Führung gehen können. Sprockhövels Abwehr wirkte fahrig und unkonzentriert. Dass es nicht schon zu diesem frühen Zeitpunkt einschlug, lag daran, dass Niklas Orlowski aufpasste und den Ball noch von der Torlinie kratzte. Doch ein Weckruf war die Schrecksekunde in der Anfangsphase nicht. Sprockhövel spielte pomadig und einfallslos. Dazu stand Herdecke extrem tief. „Wir sind ideenlos aufgetreten“, kritisierte Wasilewski. „Von einem Drei-Klassen-Unterschied war auf jeden Fall nichts zu sehen.“

Wer nach der Herdecker 1:0-Führung (29.) ein großes Aufbäumen des Favoriten erwartet hatte, der sah sich getäuscht. Sprockhövel spielte weiterhin uninspiriert und entwickelte auch keinen Druck, der die Herdecker zu Fehlern hätte zwingen können. Eigentlich hatten die Gäste überhaupt keine richtige Torchance, und nach 67 Minuten kassierten sie auch noch das 0:2. Herdecke feierte nach dem Abpfiff den unerwarteten Sieg gegen den Titelverteidiger, und auch Robert Wasilewski erkannte an, dass der Erfolg des Außenseiters verdient war. „Für Herdecke war es das Spiel des Jahres“, so der TSG-Trainer. „Mir hat das Spiel gezeigt, auf wen ich mich verlassen kann. Und auf wen nicht.“

Spiele nicht zu vergleichen

Die Pokal-Halbfinale beim Namensvetter Herdecke und Lippstadt will TSG-Trainer Robert Wasilewski aber nicht miteinander vergleichen. Beim Pokal-Aus gegen Herdecke gab es ein kollektives Versagen über die gesamte Spielzeit. Beim 0:7-Hinspiel in Lippstadt spielten die Sprockhöveler aber zumindest eine Halbzeit lang ordentlich. „Es war nicht alles falsch, was die Mannschaft da in der ersten Halbzeit abgeliefert hat“, sagt Wasilewski.

Am Sonntag werden Max Claus und Christian Kalina in die Startelf zurückkehren. Sie wurden geschont. Ebenso wie Finn Heiserholt, Adrian Wasilewski und Simon Bukowski, die erst spät eingewechselt wurden. „Da war aber schon nichts mehr zu retten“, so Wasilewski.

Mit einem Punktgewinn gegen Lippstadt könnten die Sprockhöveler schon zufrieden sein. Denn die Situation hat sich in den letzten beiden Wochen verbessert. Zwischen Sprockhövel und einem Abstiegsplatz stehen jetzt noch Hüls und Hamm sowie sechs Punkte