„Irgendwie bin ich im Ziel angekommen.“

Auf dem Weg zu Ziel: Hinter Jan Peiniger liegen zu diesem Zeitpunkt knapp vier Kilometer im Wasser, 180 Kilometer auf dem Rad und ein Marathon.
Auf dem Weg zu Ziel: Hinter Jan Peiniger liegen zu diesem Zeitpunkt knapp vier Kilometer im Wasser, 180 Kilometer auf dem Rad und ein Marathon.
Foto: Privat

Ennepetal..  Der Ennepetaler Jan Peiniger vollbrachte eine schier unglaubliche Leistung. Er gab sein Debüt beim Frankfurter Ironman. „Und ich bin irgendwie im Ziel angekommen, wenn es auch bitter war. Es war ein Kampf“, sagt er im Gespräch mit dieser Redaktion.

Als er einlief, lagen knapp vier Kilometer im Wasser, 180 Kilometer auf dem Rad, ein kompletter Marathon und 10:52:01 Stunden hinter ihm – bei denkbar schlechten Bedingungen. Denn es war brütend heiß an diesem Tag, das Thermometer kratze mühelos an der 40-Grad-Marke.

Auf der Strecke gab es kaum Möglichkeiten, in den Schatten auszuweichen. „Hier setzte oft nicht die Muskulatur die Grenze, sondern der Kreislauf und wenn mal Wind wehte, hat sich das eher wie die heiße Luft aus einem Föhn angefühlt“, erzählt Peiniger.

Tolles Publikum

Die Organisatoren waren darauf vorbereitet. Alle anderthalb bis zwei Kilometer standen Verpflegungsstationen – mit Wasserduschen, nassen Schwämmen und etwas zu trinken. Doch irgendwann kamen auch bei Peiniger Zweifel auf. „Je länger ich unterwegs war, desto düsterer waren meine Gedanken.“ Doch Aufgeben? Das war für den Ennepetaler keine Option. „Dafür habe ich mich zu intensiv auf den Wettkampf vorbereitet – und viel zu viel Geld ausgegeben.“ Als die Zweifel zu groß waren, half ihm der Blick auf die Uhr. „Nach zehn Stunden auf der Strecke überlegt man sich dann doch: Jetzt war ich schon so lange unterwegs, da schaffe ich die restliche Distanz auch noch.“

Was ihm half, das waren die Zuschauer. „Man wird die ganze Zeit über angefeuert, das habe ich so noch nie erlebt und es war eine der coolsten Laufstrecken.“ Der Ironman in Frankfurt sei einfach ein gigantisches Event mit riesigem Zielbereich. „Die Tribünen dort waren rappelvoll und die Amateure wurden genauso bejubelt, wie die Profis.“ Und als er die Ziellinie überschritt, waren alle Schmerzen und Zweifel vergessen. „Ich war zufrieden und glücklich.“ Auch seine Zeit entsprach mehr oder weniger seinen Erwartungen. „Im Vergleich zum Vorjahr brauchten bei diesen extremen Bedingungen alle Amateure 70 bis 80 Minuten länger. Daher passt meine Zeit eigentlich zu dem, was ich mir ausgerechnet habe.“

Die Tage nach Frankfurt

Selbst die Tage nach dem Frankfurter Ironman waren halb so schlimm. „Meine Beine waren noch schwer, doch der Körper erholte sich recht schnell.“ Jetzt will sich Jan Peiniger erst einmal eine etwas längere Pause gönnen, einfach mal nichts machen und alles sacken lassen. „Und dann werde ich mir überlegen, wie es weitergeht.“

Auf eine Sache wird Peiniger während der Wettkampfvorbereitung wohl nie wieder verzichten wollen. „Wenn ich auch in technische Spielereien vernarrt bin – wie aerodynamische Wasserflasche für das Rad, um noch weitere zehn oder fünfzehn Sekunden rauszuholen – war mein Coach wohl die beste Investition.“ Denn das Training mit ihm habe viel gebracht. „Er hat mich in meiner Leistung noch einmal richtig nach vorne gebracht.“