„In Halle war damals die Hölle los“

Titelverteidiger TSG Sprockhövel.
Titelverteidiger TSG Sprockhövel.
Foto: MARTIN KERSTAN FOTOGRAFIE / WAZ

Sprockhövel..  In die 26. Auflage von heute bis zum 29. Dezember geht das Hallenfußball-Turnier um den WAZ-Pokal in Szene. Als Titelverteidiger startet die TSG Sprockhövel, die auch die erste Auflage des Turniers im Jahr 1989 gewann. Damals gab es große Konkurrenz aus der unmittelbaren Nachbarschaft, denn ein Jahr später triumphierte der SC Obersprockhövel.

Mit dabei war bei der zweiten Auflage im Jahr 1990 auch Jörg Niedergethmann, der kurz zuvor mit dem SC Obersprockhövel in die Bezirksliga aufgestiegen war und heute Trainer der Elf vom Schlagbaum ist.

Als der SCO und die TSG damals im Finale aufeinander trafen, war in der Halle die Hölle los. Die Emotionen gingen hoch, jedes Tor wurde lautstark bejubelt, bei fast jeder Entscheidung des Schiedsrichters gab es Wortgefechte, die nicht minder lautstark ausgetragen wurden.

„Die Rivalität zwischen beiden Vereinen war damals riesengroß“, sagt Jörg Niedergethmann. Ein Grund war, dass beide Mannschaften sportlich dicht beisammen lagen, beide spielten in der Bezirksliga um Meisterschaftspunkte. „Die Spieler kannten sich damals ja auch bestens“, so Niedergtehmann. „Fast alle kamen aus Sprockhövel oder Hattingen. Und auf dieses Turnier hat man sich schon seit Oktober gefreut, und wenn es dann los ging, dann wollte man es dem Gegner auch richtig zeigen. Das hat sich heute natürlich schon sehr geändert, und das ist auch gut so.“

Die SCO-Spieler, die damals nach dem Sieg den Pokal in die Höhe reckten, kann Jörg Niedergethmann immer noch aufzählen. Sein Bruder Marcus war dabei, zudem auch Guido Hampel, Frank Löhken, Dirk Leese, Jürgen Böhm, Dirk Müller und Guiseppe Tanzarella. „Auf der anderen Seite spielten unter anderem Ingo Kleefeldt und Robert Wasilewski.“.

Gespielt wurde damals noch auf kleine Handballtore. Es war also viel schwieriger, einen Treffer zu setzen, was den Torjubel, wenn denn nun einmal getroffen wurde, umso intensiver machte.

Emotionen pur nicht nur im Finale

„Das war damals Emotion pur“, sagt Niedergehtmann. „Das fing ja schon vor dem Turnier an. Da gab es schon einige Sprüche, und da wurde natürlich viel gefrotzelt.“ Nach dem Finale war aber alles wieder im Lot. „Da hat man sich dann die Hand gegeben“, sagt Niedergethmann und fügt dann mit einem Schmunzeln hinzu: „Und danach wurde natürlich weiter gefrotzelt.“

Die Obersprockhöveler waren mit der TSG damals also noch auf Augenhöhe, und auch in diesem Jahr werden sie eine spielstarke Mannschaft auf das Feld schicken. Angeführt wird dieses Hallenteam von SCO-Torjäger Muhidin Ramovic. Außerdem für die „Grünen“ dabei sind Nermin Jonuzi, Dustin Najdanovic, Tim Joppe, Max Schwoche, Dominique Schaub, Tim Gummersbach und Fabian Voshage. Erstmals für den SCO auflaufen wird Fabienne Henning, der von Westfalia Herne an den Schlagbaum wechselte. Gerne dabei gewesen wäre sicherlich auch der Sohn des Trainers. Doch Niklas Niedergethmann zog sich in einem Spiel mit der Obersprockhöveler A-Jugend einen Schienbeinbruch zu. Der Techniker wird also lange fehlen. „Niklas ist schon zu Beginn der Saison wegen Beschwerden am Schienbein lange ausgefallen“, sagt Jörg Niedergethmann „Wie der Arzt jetzt sagte, hat es da wohl schon einen kleinen Riss im Schienbein gegeben. Irgendwann wäre es wohl ohnehin passiert. Wenn jetzt alles gut läuft, dann kann Niklas in der Schlussphase der Saison wieder spielen.“