Herzschlagfinale mit Happy End

Mathias Perl (7) hat den Korb und seine Gegenspieler Donovan Morris und John Florveus
Mathias Perl (7) hat den Korb und seine Gegenspieler Donovan Morris und John Florveus
Foto: Michael Scheuermann

Schwelm..  Geschafft! Die EN Baskets Schwelm haben sich mit dem 78:71-Sieg gegen die TG Würzburg die Playoff-Teilnahme vorzeitig und aus eigener Kraft gesichert. Was am Ende zählte war der Sieg in einer Partie, die von bedingungslosem Kampf geprägt war. Basketball-Ästheten kamen in der „Hölle“ West nicht auf ihre Kosten. Und Trainer Omar Rahim kommentierte hinter her kurz und knapp: „Wir haben gekämpft und gewonnen – das war die Hauptsache heute, Mehr ist dazu nicht zu sagen.“

Es war die zweite Halbzeit eines intensiven Spiels, die das Pendel zu Gunsten der Gastgeber ausschlagen ließ. Mit einer bärenstarken Defensivleistung sicherten sich die Mannen um Kapitän Sebastian Schröter das Playoff-Ticket, Schröter war es auch, der sein Team Mitte eines katastrophalen zweiten Viertels (16:14) wieder ins Spiel brachte. Nach einer Erfolgsserie der Unterfranken mit 14 Punkten in Serie, darunter vier Dreier von Christopher Wolf, der insgesamt sechs von acht Versuchen von jenseits der 6,75-Meter-Linie einnetzte, war es Schröter, der mit einem Dreier zum 30:39 ein Ausrufezeichen setzte. Chris Johnson, Mathias Perl und Julius Dücker waren zuvor gescheitert.

Ja, es war überhaupt ein Spiel der vergebenen Chancen. Kämpferisch top, stibitzten die Schwelmer insgesamt 18-mal den Ball – um dann aber häufig einfache Korbleger auszulassen. So blieb die Partie eng, die Führung wechselte acht Mal, die Fans wurden durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt.

Nach der Halbzeit schien der Knoten bei den Baskets endlich geplatzt zu sein. Dücker markierte seine ersten Punkte, Perl, schon zuvor auffälligster Schwelmer Akteur und am Ende mit 22 Punkten bester Scorer seines Teams, lief heiß und markierte in diesem Abschnitt allein neun Punkte Hinzu kamen drei Assists und zwei Steals. Mit einem 18:0-Lauf gingen die Hausherren mit 45:39 in Führung und einem Siebenpunkte-Vorsprung ins Schlussviertel.

Doch der Drops war noch lange nicht gelutscht. Das 69:59 (34.) beeindruckt die Gäste in keiner Weise. Sie gleichen bis zwei Minuten vor dem Ende zum 71:71 aus. Und danach geht die Post erst richtig ab. Nach einem Steal verwirft Donovan Morris, den Rebound angelt sich Chris Johnson, passt zu Perl, dem ein Ballverlust unterläuft. Cornelius Höpfner vergibt den Korbleger, Max Massing angelt sich den Rebound, bedient Chris Johnson, der Sebastian Schröter, der zum Dreier einnetzt. 72 Sekunden stehen jetzt noch auf der Uhr. Die Halle bebt, das Publikum steht.

Jody Johnson „klaut“ Höpfner den Ball, doch Schröters Distanzwurf verfehlt sein Ziel. Dann ist es Perl, der Morris das Spielgerät abluchst, Höpfner foult den Wurf bereiten Chris Johnson. Der verwandelt beide Freiwürfe sicher zum 76:71. Jetzt steht die Uhr bei 31 Sekunden – der Sieg ist zum Greifen nahe.

Nach einer Auszeit seines Coaches misslingt Morris ein Dreierversuch. Schröter pflückt den Abpraller herunter. Noch 20 Sekunden sind herunter zu spielen. Morris foult Chris Johnson, der macht mit seinen beiden erfolgreichen Freiwürfen 13 Sekunden vor Schluss alles klar. Riesenjubel in der Halle. „Wir haben’s geschafft, wir sind dabei“, freut sich Hallensprecher Oliver Engelbert. Die Spieler liegen sich in den Armen, der Trainer umarmt unter dem Jubel der Fans jeden einzelnen seiner Schützlinge.