Heftiger Krampf des Schiedsrichters sorgt für Neuansetzung

Ennepe-Ruhr..  Am 18. Oktober 2013 köpfte Stefan Kießling gegen die TSG Hoffenheim ein Tor, das seinen Platz in den Fußballgeschichtsbüchern sicher hat. Ein paar Millionen Fußballfans konnten auf den Bildern von über zehn Kameras sehen, dass Kießling ein „Phantomtor“ erzielt hatte. Trotzdem zählte am Ende das, was nur Schiedsrichter Felix Brych gesehen hatte.

Diese Tatsachenentscheidung wurde und wird immer wieder heiß in Fußballkreisen diskutiert. Im heimischen Kreis 13 sorgte jüngst die Partie zwischen dem TuS Haßlinghausen und BW Voerde in der Kreisliga A für Diskussionsstoff. Strittig sind ein bis drei Minuten.

Am vergangenen Sonntag war am Landringhauser Weg an Fußball wegen der Witterungsbedingungen eher nicht zu denken. Gespielt wurde aber doch. Vor allem der TuS Haßlinghausen machte gegen die hochfavorisierten Voerder daraus das Beste und brachte – wie schon im Hinspiel – nahezu eine Saisonbestleistung aufs Feld. Dank seiner individuellen Klasse und vor allem eines überragenden Gaetano Salvo setzte sich der Spitzenreiter aber bis kurz vor Schluss trotzdem mit 3:1 durch. Dass Salvo beim 1:0 für Voerde möglicherweise im Abseits stand und BW-Torwart Michel Hakenberg beim Stande von 2:0 bei so manch anderem Schiedsrichter für seine Faustabwehr außerhalb des Strafraums die Rote Karte gesehen hätte, tut dabei nichts zur Sache. Denn Fakt ist: Schiedsrichter Burak Aggül sah es anders.

Der Unparteiische blieb nicht nur wegen seiner Entscheidungen nach der Begegnung im Fokus, sondern vor allem auch wegen seiner Verletzung, die er sich kurz vor Spielende zuzog. Ein heftiger Krampf hinderte Aggül daran die Partie weiter zu leiten. Und hier scheiden sich nun die Geister. Wir berichteten von einem Abbruch in der 87. Spielminute, der TuS Haßlinghausen wähnte das Spielende in Minute 88. Und BW Voerde ging sogar von der 89. Minute aus. Interessanterweise stand im Spielbericht zwischenzeitlich sogar ein reguläres Ende nach 90 Minuten. Doch dieser ist mittlerweile gelöscht und das Spiel für den 16. April neu angesetzt. Grund dafür ist die Verletzung des Schiedsrichters, die ihn nur wenige Augenblicke vor dem eigentlichen Ende der Partie an der Ausübung seiner unparteiischen Tätigkeit hinderte.

Niemand kann wissen, ob eine der beiden Mannschaften in den verbleibenden zwei, drei Minuten noch ein oder mehrere Tore geschossen hätte. Ob dies eine komplette Neuansetzung der Partie rechtfertigt, ist jedoch schwer zu sagen. Genauso ungewiss ist es, ob der abstiegsbedrohte TuS dem Meisterschaftsanwärter erneut so stark Paroli bieten kann. Tatsache ist aber, dass über dieses Spiel noch bis zum 16. April auf den heimischen Plätzen diskutiert werden wird. Dann gibt es – nach hoffentlich 90 Minuten – eine sportliche Lösung der Sachlage.