Granulat bereitet kein Problem

Darum geht es: Das Granulat, mit dem Kunstrasenspielfelder
Darum geht es: Das Granulat, mit dem Kunstrasenspielfelder
Foto: MiSch

Ennepe-Ruhr/Hagen..  Das Thema Gesundheitsgefährdung durch Kunstrasenplätze wird von den heimischen Vereinen offenbar auf ganz kleiner Flamme gekocht. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass in den Niederlanden mehrere Plätze geschlossen wurden, weil das zum Verfüllen verwendete Gummigranulat Schadstoff belastet sein soll.

Diese als Infill bezeichneten Einstreugranulate dienen zur Stabilisierung des Kunstrasensystems und besteht aus Gummigranulat oder Quarzsand oder einer Mischung aus beiden. Beide Varianten werden als Neuware und auch als Recyclingprodukte – dann zu einem Bruchteil des Neupreises – angeboten. Neben dem Beschweren des Materials dient das Infill auch dazu, die Rolleigenschaften bei Ballsportarten deutlich zu verbessern.

Martin Riesner, Trainer der Reserve der TSG Sprockhövel, formuliert seine Meinung zum Thema so: „Manchmal wartet man ja förmlich darauf, dass es etwas passiert. Wenn es wirklich schlimm ist, wird der Kunstrasen wieder abgerissen. Aber ehrlich: Wirklich beschäftigt habe ich mich damit nicht.“

Marc Dülm ist Trainer des Tabellenzweiten der Fußball-Kreisliga A und sagt: „Ob es Krebs erregend ist oder nicht, hab’ ich nur am Rande gelesen. In Voerde passiert aber ohnehin alles auf Naturrasen.“ Und Christian Parlow, Teammanager von Voerdes Ligarivalen TuS Haßlinghausen, stellt klipp und klar fest: „Darum mache ich mir keine Gedanken.“

Auch Knut Kaiser aus dem Vorstand des FSV Gevelsberg sagt zur Lage im Stadion Stefansbachtal: „Das ist bei uns kein Thema, zumal der Kunstrasen ohnehin bald erneuert werden soll.“ Auf dem Nebenplatz des Gevelsberger Stadions wird eine Mischung aus Gummigranulat und Sand verwendet.

Etwas aufgeschreckt wurden die Verantwortlichen des benachbarten TSV Fichte Hagen von den Berichten aus den Niederlanden. An der Wörthstraße wird nämlich derzeit der Kunstrasen ausgetauscht. Fichte-Klubchef Reinhard Flormann verweist darauf, dass auf der vereinseigenen Anlage nicht das in Rede stehende, aus geschredderten Altreifen bestehende Granulat verwendet würde. Statt dessen wird grünes Neugummigranulat, schwefelvulkanisiert, eingebracht. Die Unbedenklichkeit dieses Materials habe dem Klub das Bundesinstitut für Sportwissenschaften bestätigt.