Gevelsberger Pottkämper wird zum tragischen Spieler
15.03.2010 | 17:14 Uhr 2010-03-15T17:14:00+0100
G e v e l s b e r g . Alles freut sich, alle sind begeistert, alle gehen euphorisch mit. Das, was sich in der Gevelsberger Halle West vor über 1000 Menschen abspielt, ist einfach traumhaft: aus Sicht des Handball-Verbandsligisten HSG Gevelsberg-Silschede.
Für alle? Nein! Denn Christian Pottkämper, eigentlich einer der Leistungsträger und mit 110 Toren bester Schütze der Gevelsberger, blickt traurig drein.
Denn der Linkshänder hatte zum 32:30 (15:14)-Sieg seiner Farben gegen VfL Eintracht Hagen II und der damit verbundenen Eroberung der Tabellenspitze kaum beigetragen. Lediglich neun Minuten war er auf dem Feld, ein Tor (zur umjubelten 13:12-Führung; 27.) hatte er erzielen können. Dann sah er „rot”. Als er einen Ball weiterspielen wollte, traf er mit dem Arm den Hals von VfL-Torjäger Thomas Kötter. Dieser blieb minutenlang auf dem Boden liegen, musste behandelt werden. Dann setzte es die rote Karte – Feldverweis. „Da gibt es nichts zu deuteln. Das war zwar unglücklich von Christian, aber der Feldverweis war absolut berechtigt”, so HSG-Trainer Philipp Kersthold.
Chistian Pottkämper musste die Halle, zumindest das Spielfeld samt Bereich der Mannschaftsbank, verlassen. Matthias Just, Trainer der HSG-Reserve aus der Kreisliga, begleitete ihn, versuchte ein wenig Trost zu spenden. Offensichtlich vergeblich. Denn wenige Momente später hatte Pottkämper auf der seitlichen Treppe der Haupttribüne Platz genommen, und er verfolgte mit versteinerte Miene das eigentlich mitreißende Geschehen auf dem Parkett.
Der Frust saß bei ihm so tief, dass er sich kaum regte, als seine Kameraden die Vorentscheidung erspielten, als die Halle Kopf stand und die Fans ihre HSG lautstark nach vorne peitschten. Kaum Jubel, als die Schlusssirene ertönte und der Sieg unter Dach und Fach war. Und selbst zur jubelnden Verabschiedung des Publikums ließ er sich nur zögerlich von seinen Mitspielern mitnehmen. Kurz: Der Jubeltag war einfach nicht sein Tag.
Trainer Philipp Kersthold hatte „Potti”, wie er von seinen Freunden und Mitspielern gerufen wird, erst in der 20. Minute gebracht. Thomas Eisenberg hatte den Vorzug erhalten. Er hatte sowohl im Pokalspiel beim Oberligisten Ferndorf als auch beim Training in der Woche vor dem Spitzenspiel den erheblich besseren Eindruck hinterlassen. So gehörten Eisenberg die ersten 20 Minuten – zunächst.
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