Gevelsberg baut Zusatztribüne auf zum Aufstieg in die Verbandsliga

Die HSG um Trainer Wolfhard Lache feiert den Aufstieg in die Handball-Landesliga im Mai  2004.
Die HSG um Trainer Wolfhard Lache feiert den Aufstieg in die Handball-Landesliga im Mai 2004.
Foto: WR

Gevelsberg..  Kaum eine Mannschaft kam an Gevelsberg vorbei – das war bis in den beginnenden 1970er Jahre so, als Gevelsberg als eine Handball-Hochburgen war. Im Feldhandball. Darin ist einer der Grundsteine für die Begeisterung für diesen Sport hier zu sehen. In der vergangenen elf Jahren haben die Fans und Freunde außerdem dafür gesorgt, dass in entscheidenden Momenten, die Anfeuerungen und die Begeisterung die jeweilige Mannschaft getragen hat.

Darauf baut die HSG Gevelsberg-Silschede auch im Kampf um den Erhalt der Oberliga, wenn es am kommenden Samstag zum „Abstiegs-Endspiel“, wie es Trainer Hans-Peter Müller formuliert, geht. „Wir hoffen auf über tausend Zuschauer“, so der Trainer.

Im Mai 2004 in die Landesliga

Dass diese Hoffnung nicht unberechtigt ist, zeigt unsere kleine Serie bis zum kommenden Samstag. Wir blicken zurück an entscheidenden Gevelsberger Handball-Momente: die Aufstiege in die Landesliga 2004), in die Verbandsliga (2008) und in die Oberliga (2012) sowie die umkämpften und Emotions geladenen Spielen im Kampf um den Klassenerhalt in der vergangenen beiden Meisterschaften.

Mit dem ersten großen Aufstieg im Jahre 2004 begann die Erfolgsstory der im Jahre 1999 gegründeten HSG Gevelsberg-Silschede – ein Zusammenschluss der Handballer von den SE Gevelsberg und dem TV Silschede. Trainer war Wolfhard Lache. Spieler wie Jan Maenz, Moritz Vogel, Benjamin Lorch, Christian Pottkämper, Marco Luciano, Jan Lindemann, Marcus Schwarzer, Marcel Lingnau oder Timo Wortmann zählten unter anderem zur Meister-Mannschaft.

Für viele Unvergessen ist der Verbandsliga-Aufstieg im Mai 2008. Zwei Hauptakte sorgten für ein spannendes Saisonfinale. Akt eins war das vorentscheidende 22:21 (11:11) gegen TV Schwitten. Ein hoch-dramatisches Spiel vor über 1 000 Zuschauer. Gevelsberg baute eine Zusatztribüne auf. In dem Spiel behielten Keeper Andreas Hoppe und Niklas Vogel in den entscheidenden Momenten die Nerven behielten. Uli Kaul (TV Lichtenplatz) befand, dass dieses Spiel nichts für schwachen Nerven war. Und: „Bei dem Erfolg darf man nicht vergessen, dass Manfred Adolph seinerzeit als HSG-Vorsitzender und Vorsitzender der SEG-Handball-Abteilung dazu mit einen entscheidenden Beitrag geleistet hat“. Und Hallensprecher Thorsten Vogel sagte in der 50. Minute, als Thomas Eisenberg zum 19:16 traf: „Noch zehn Minuten bis zur Verbandsliga.“

Gala zum Saisonabschluss

Schließlich folgte als zweiter Akt die Gala zum letzten Spieltag in der Halle West mit dem 35:22 (16:9)- Erfolg gegen Absteiger HSG Wetter-Grundschöttel. Nach zehn Minuten war die Begegnung entschieden; überdies behielten die Gevelsberger auf heimischen Parkett die weiße West. Etwa 700 Menschen feierte mit der HSG. Der rührende Moment: Meister-Trainer Kersthold schickt mit dem damals 55-jährige Kurt Lindemann ein Stück Gevelsberger Handball-Geschichte aufs Parkett – Lindemann trug sich einmal in die Torschützenliste ein. Er zählt in der Saison 1971/1972 als A-Jugendlicher zu der Verbandsliga-Mannschaft des VSF Gevelsberg. Der Jubel kannte schließlich zur Schlusssirene keine Grenzen. Vor allem nicht, als HSG-Kapitän Benjamin Lorch die offizielle Meisterschaftsurkunde von Staffelleiter Hilmar Schöler entgegen nahm. Unter den Gratulanten befand sich auch Gevelsbergs Bürgermeister Claus Jacobi. Er verspracht überdies eine neue Beschallungsanlage. Er hielt das Versprechen – noch heute nutzten die Gevelsberger Handballer mit Thorsten Vogel und Björn Cramer die Anlage für Musik, Jingles und Durchsagen.