Fans nennen die Schiris „Schieber“

Kampf um den Ball
Kampf um den Ball
Foto: Michael Scheuermann

Schwelm..  Die Schiedsrichter gaben in dieser Saison schon öfter Anlass zur Kritik, wenn die EN Baskets Schwelm gespielt haben. Die Verantwortlichen halten sich mit Äußerungen zu diesem Thema aus gutem Grund zurück. Denn die Liga ist in diesem Punkt sehr empfindlich und ahndet Kritik an den Referees mit satten Geldstrafen.

Nicht belangt werden können natürlich die Fans. Die dürfen ihrem Unmut Luift machen. Am Samstagabend war es wieder einmal so weit. „Schieber, Schieber“-Rufe hallten durch die Halle West, als die Herren Ehda Saeidi und Marko Petricevic in der 13. Spielminute einen angeblichen Schrittfehler von Chris Johnson pfiffen.

Doch das war nur einer von vier klaren Fehlern der Herren Spielleiter in der Partie gegen Würzburg, die dem Duo gegen die Schwelmer unterliefen. Das begann gleich in der ersten Minute. Mathias Perl hatte Cornelius Höpfner den Ball in der Schwelmer Hälfte regelgerecht abgenommen, wollte auf und davon ziehen und wurde von dem Düpierten per Foul daran gehindert. Unsportlich – ganz klar. Doch die Unparteiischen sahen es nicht so, gaben das Foul zwar, ließen die Partie aber per Einwurf fortsetzen, wo es Freiwürfe hätte geben müssen.

Nur rund zwei Minuten später stand wieder Perl im Mittelpunkt einer Entscheidung, als Saeidi und Petricevic ein mehr als fragwürdiges Offensivfoul gegen den Baskets-Aufbauspieler pfiffen. Dann der bereits erwähnte „Schrittfehler“ von Chris Johnson, und 100 Sekunden darauf eine Entscheidung, die die Schwelmer unmittelbar darauf drei Gegenpunkte kostete. Donovan Morris hatte sich einen ungeahndeten Schrittfehler geleistet, als ihm der gefangene Ball wieder wegsprang und er erneut mit beiden Händen zupackte. Ohne Pfiff konnte er den Dreierspezialisten Christopher Wolf der Unterfranken anspielen, der das Spielgerät dann auch prompt aus der Distanz zum 27:31 versenkte.

Auflaufkinder diesmal in Rot

Die Auflaufkinder, die die Spieler der EN Baskets aufs Feld begleiteten, trugen diesmal Rot. Denn es war die U10 des Nachbarn TG Voerde, die das Bundesliga-Team an die Hand nahm. Einer allerdings musste „solo“ einlaufen: Kapitän Sebastian Schröter. Nicht nur größen-, sondern auch zahlenmäßig waren die jungen Nachwuchsspieler ihren großen Vorbildern unterlegen.

Die Gäste hatten die Partie übrigens ohne „gelernten“ Spielmacher bestreiten müssen. Constantin Ebert wurde in der ProA gebraucht, Nico Brauner musste mit Grippe zuhause bleiben. Trainer Sören Zimmermann erklärte hinterher zum Spiel: „Wir haben sehr gut angefangen und Schwelm in der ersten Halbzeit große Probleme bereitet. Sie haben keine Möglichkeit gefunden, Chris Wolf an der Dreierlinie und John Florveus am Korb zu verteidigen.“ Weiter stellte der Würzburger Headcoach fest: „Wir müssen uns ankreiden, dass wir es (nach der Pause) nicht mehr geschafft haben, Chris und John ins Spiel zu bringen. Am Ende waren wir zu unkonzentriert, dabei hat wohl auch die Müdigkeit eine Rolle gespielt.“