Erinnerungen an das Finale von Rio de Janeiro bleiben wach

Jubel bei Mario Götze  nach seinem Tor zum 1:0 in der Verlaengerung. Deutschland - Argentinien im Finale der Fußball-WM 2014,
Jubel bei Mario Götze nach seinem Tor zum 1:0 in der Verlaengerung. Deutschland - Argentinien im Finale der Fußball-WM 2014,
Foto: imago/Eibner

Ennepe-Ruhr..  Selbst Gary Lineker, ehemals englischer Fußballspieler, konnte nicht anders und musste sein bekanntestes Zitat – in etwas abgewandelter Form – wiederholen: „64 Spiele, 171 Tore, rund 20 Männer kicken einen Ball über 120 Minuten umher und am Ende – muss ich es Ihnen wirklich sagen – gewannen die Deutschen.“ Rückblick: Es war der 13. Juli und die Stimmung kochte nicht nur im Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro, sondern auch auf zahlreichen öffentlichen Plätzen in Deutschland, in den Kneipen und Wohnzimmern. Deutschland stellte sich Argentinien im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft. Das Spiel ging in die Verlängerung und dann endlich, in der 113. Minute, sprang Mario Götze dem Ball entgegen, nahm ihn mit der Brust an und schoss ihn aus der Drehung ins lange Eck des argentinischen Tores. Und nach weiteren zehn, elf Minuten des Bangens – Nachspielzeit inklusive – pfiff der italienische Schiedsrichter Nicola Rizzoli das Spiel ab. Deutschland bekam seinen vierten Stern. Ausnahmestimmung auf der Straße.

Und die Fußballbegeisterten des Ennepe-Ruhr-Kreises? Die teilten ihre Erlebnisse mit dieser Redaktion, denn der Abend blieb auch bei ihnen in Erinnerung. Der Gevelsberger Nils Dückershoff – ganz frisch die Volljährigkeit erreicht und das Abi in der Tasche – hat das Finale bei einem Freund in der Garage geschaut, die aber viel zu klein erschien. „Ungefähr 15 Leute versuchten sich auf die kleine Bierzeltgarnitur zu zwängen, um einen guten Platz vor der Leinwand zu ergattern.“ Bis zum Siegtreffer von Mario Götze sei es ein Bangen und ein Hoffen gewesen. „Danach kam die Party, Deutschland war Weltmeister.“

Familie Bluhmrottete sich sogar im Urlaub auf Föhr, der friesischen Karibik, vor dem Fernseher zusammen. Und dann ausgerechnet das: „Wir hatten eine Satellitenstörung, die uns zehn Minuten vom Spiel gekostet hat“, sagt die Gevelsbergerin. Und als Minute um Minute das Bild wegblieb, habe sie eigentlich schon befürchtet, auf das Finale verzichten zu müssen. Doch kamen schließlich auch die Sommerurlauber in den Genuss des Götze-Tores. Ihre WM-Feier beschränkte sich dann aber auf das Wohnzimmer. „Wir mussten ja den Nachwuchs hüten“, sagt Ina Bluhm lachend.

Richtig international ging es beim Ehepaar Töllner zu: „Wir waren in Wisconsin, sahen das Finale im Café Hollander mit amerikanischen Freunden bei Sweet Potato Fries und belgischem Bier.“ Dietmar Krämer schaute das Finale mit etwa einem Dutzend Freunden in Ennepetal-Büttenberg. Sein Tipp war: „3:1 für uns.“ Die Sieges-Feier fand dann auch in diesem kleinen Kreis statt. „Um beim Autokorso mitzumachen, bin ich mittlerweile zu alt.“ Für einen überzeugenden Sieg hielt er die Leistung der deutschen Nationalmannschaft aber nicht.

Doch so erfolgreich der Abend für viele Fußballfans auch war. „Für mich war der echt deprimierend“, sagt der Hattinger Stefan Larisch. Der Jugendreferent kam gerade von seiner Prag-Reise zurück und wollte eigentlich direkt zur Henrichshütte zum Rudelgucken. Doch zu spät. „Es war zu voll, ich kam nicht mehr rein.“ Das Finale schaute er allein daheim. „Und habe ich erwähnt, dass es mein 33. Geburtstag war?“