Einstellung vor kleiner Kulisse wiederholen

Tobias Fleischhauer
Tobias Fleischhauer
Foto: Michael Scheuermann

Gevelsberg.. Wenn am Samstagabend die HSG Gevelsberg-Silschede beim PSV Recklinghausen antritt, dürfte ein weiterer Sieg in der Handball-Verbandsliga eigentlich nur eine Formsache für die Gäste sein. Zu eindeutig die Statistik. Eigentlich. Die formelle Überlegenheit birgt die Gefahr der Überheblichkeit, birgt die Gefahr, unnötig Punkte liegen zu lassen.

Und trotzdem gilt die einfache Gevelsberger Rechnung: vier Siege in den letzten vier Spielen, acht Punkte und damit die Meisterschaft und den Aufstieg in der Tasche.

Die schmerzliche Erfahrung, unnötig Punkte liegen zu lassen, mussten die Gevelsberger in Lüdenscheid und Volmetal machen. Beide Male hatte der aktuelle Tabellenzweite das Nachsehen. „Da haben wir zwei Satzbälle verschlagen. In Recklinghausen müssen wir den Satzball gewinnen, um ins Tiebreak zu kommen“, so HSG-Trainer Hans-Peter Müller, der in die Tennissprache wechselt, um die Situation deutlich zu machen.

Dabei ist Fakt, dass Gevelsberg im Hinspiel mühelos mit 41:26 gewonnen hat. Genauso, dass Recklinghausen unter einer unerklärlichen Heimschwäche leidet. In der Rückrunde hat die Truppe auf eigenem Parkett noch keinen einzigen Punkt geholt. Der letzte Sieg stammt vom 17. Dezember vergangenen Jahres. Das ist in der Saison eine kleine Ewigkeit her.

„Damit befassen wir uns gar nicht. Klar ist nur, dass wir mit großem Siegeswillen anreisen“, so Müller. „Und mit hoffentlich vielen eigenen Fans.“ Und in der Unterstützung bzw. in der Kulisse sieht Müller auch einen Prüfstein für die Charakterfrage seiner Mannen. „Vor 1 000 Zuschauern gegen Westerholt motiviert zu sein und eine vorbildliche Einstellung hinzulegen, das ist keine Kunst“, so Müller. „Diese Einstellung in Recklinghausen vor magerer Kulisse zu wiederholen, das muss uns gelingen.“

Doch bange ist Müller nicht. Denn die Einstellung seiner Jungs im Training imponiert ihm sehr, macht ihn stolz (Müller: „Schade, dass es nur noch sieben Einheiten bis zum Saisonschluss am 12. Mai sind.“). Denn die Spieler zeigten sich stark fokussiert auf die nächste Aufgabe beim PSV Recklinghausen. So gibt es keinen Anlass zur Sorgen, den nächsten Gegner zu unterschätzen. „Es ist bewundernswert, wie sich die Leute reinhängen, intensiv und konzentriert arbeiten“, so Hans-Peter Müller.

Personell kann Müller auf alle Akteure zurück greifen. Die Fingerverletzung bei Carlo Entrich verbessert sich. So wird er effektiver agieren können, als im Hit gegen Westerholt. Fabian Kling und Tobias Fleischhauer (er hatte einen Stoß mit dem Knie vom SVW-Regisseur Philipp Jacob bekommen) zeigen wieder aufwärts steigende Leistungskurven. Überhaupt ist die Stärke Gevelsbergs, dass kein Spieler wirklich auszurechnen ist. Zuletzt explodierten Kai Westphal und Christian Pottkämper. Dann drückten Dominic Luciano und Tobias Fleischhauer dem Spiel den Stempel auf. Zudem hatten „Flitzer“ Kling und Yannick Brockhaus die Duftmarken gesetzt. Ebenso Marco Luciano.

In der Gastgeber-Mannschaft zählen neben Torwart Christof Silski noch Thomas Brannekämper und Cedric Elsen zu den Aktivposten. „Das sind Spieler, da muss man immer darauf achten“, so Müller in der Sicherheit, dass dies seine Schützlinge am Samstagabend in der Halle Recklinghausen-Nord auch tun werden.