Deutscher Meister Schalke spielt in Gevelsberg

Vorne v.l.: Michael Schmitz (FSV), Jürgen Homberg (TSG), Bürgermeister Claus Jacobi, Peter Konze (FSV) und Peter Alexander (Vorsitzender Fußballkreis); hinten v.l.: Bettina Bothe (Stadt Gevelsberg), Stefan Biederbick (FSV), Dirk Henning (FSV), Jürgen Meister (TSG) Uwe Franz (FSV), Klaus Bärenfänger (FSV), Michael van Osten (Jugend-Vorsitzender Fußballkreis) und Knut Kaiser (FSV).
Vorne v.l.: Michael Schmitz (FSV), Jürgen Homberg (TSG), Bürgermeister Claus Jacobi, Peter Konze (FSV) und Peter Alexander (Vorsitzender Fußballkreis); hinten v.l.: Bettina Bothe (Stadt Gevelsberg), Stefan Biederbick (FSV), Dirk Henning (FSV), Jürgen Meister (TSG) Uwe Franz (FSV), Klaus Bärenfänger (FSV), Michael van Osten (Jugend-Vorsitzender Fußballkreis) und Knut Kaiser (FSV).
Foto: WP

Gevelsberg/Sprockhövel..  Und plötzlich ist man Fußball-Bundesligist. Klar, dass die Freude bei der TSG Sprockhövel groß war, dass die A-Junioren als Neuling der Westfalenliga die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die Bundesliga-West geschafft haben. Und mit der Freude gehen die Überlegungen einher, wie es logistisch eigentlich weitergehen soll. Klar und amtlich ist es seit Donnerstagnachmittag, dass das Gevelsberger Stadion Stefansbachtal die künftige Heimstätte des Bundesligisten aus Sprockhövel wird.

Keine Frage ist, dass ein gewisser Glanz in die heimische Region mit der neuen Saison kommen wird. Immerhin sind es Mannschaften wie der amtierende Deutsche Meister FC Schalke 04 sowie Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen oder 1. FC Köln, die die Visitenkarten bei der TSG Sprockhövel abgeben werden. Und damit auch in Gevelsberg.

Hintergrund ist, dass der Deutsche Fußballbund, DFB, für Heimspiele einen Naturrasen fordert. Im Baumhof ist gerade im vergangenen Sommer erst ein Kunstrasen neuester Generation verlegt worden. Das genügt aber nicht den DFB-Anforderungen. Nur ausnahmsweise wird ein Kick auf Kunstrasen erlaubt – wenn die Witterung einfach zu schlecht für ein Spiel auf einem Naturrasen wird.

Problematik schnell erkannt

Der Sprockhöveler Jugendleiter Jürgen Homberg („Wir machen jetzt keine verrückten Sachen. Wenn wir den Klassenerhalt in der Bundesliga schaffen, dann wäre das die nächste Sensation. Wenn nicht, dann haben wir eine schöne Erfahrung gemacht und freuen uns wieder auf die Westfalenliga.“) hatte dieses Problematik schnell erkannt. Neben Hattingen brachte er das Gevelsberg ins Gespräch. Hinter den Kulissen hatte sich auch Ennepetal mit dem Bremenstadion Hoffnungen auf eine Bundesliga-Heimstätte gemacht.

Alle Kabinen sind dann belegt

Doch einfach vom Baumhof ins Stefansbachtal ziehen, das geht nicht. Nicht einfach jedenfalls. Denn vieles muss bedacht werden. Der DFB hat Anforderungen an die Bundesligisten. Mehrere Kabinen sind nötig. Eine für die Gastgeber, eine für die Gäste, eine für die Schiedsrichter, eine für die Dopingkontrolle. Und den Bundesliga-Schiedsrichtern reicht nicht die kleine Bleibe aus, die derzeit in der Bezirksliga und abwärts den Unparteiischen im Stefansbachtal vorbehalten ist. Also: Ein Bundesligaspiel, und der komplette Kabinentrakt ist in Beschlag.

Dazu kommt, dass parallel zum Bundesligaspiel keine weitere Begegnung stattfinden darf. Der benachbarte Kunstrasen muss frei bleiben. Und da Heimspiele des Bundesligisten Sprockhövel um 11 Uhr angepfiffen werden, muss genügend Zeit für Vor- und Nachbereitung eingeräumt werden. Etwa zwischen 9 Uhr bis etwa 15 Uhr läuft nichts anderes im Stefansbachtal. Da kann allenfalls der Bezirksligist FSV Gevelsberg vielleicht um 15.15 oder 15.30 Uhr beginnen – wie es in der abgelaufenen Saison beispielsweise im Raum Schwerte geschehen ist. Spiele der unteren Ligen ab 17 Uhr wären nicht betroffen.

Eingeschränkt Sportbetrieb

Das bedeutet also auch, dass Heimspiele des FSV Gevelsberg, aber auch die der SG Vatanspor Gevelsberg, für das Stadion Stefansbachtal eingeschränkt sind. Das sind Sachen, die geklärt werden müssen – die mittlerweile auch geklärt sind.

Dies geschah am Donnerstag, als Vertreter von TSG Sprockhövel und FSV Gevelsberg zusammen mit dem Gevelsberger Sportamt und Bürgermeister Claus Jacoby Details über die Bereitstellung des Stefansbachtals für künftige Bundesligaspiele erörterten. Nachdem Jacobi den Abteilungsleiter Jürgen Meister und Jugendleiter Jürgen Homberg im Namen der Stadt zum Bundesligaaufstieg gratuliert hatte, einigte sich die Runde schnell über die Formalien und Bedingungen für eine Nutzung des Stadions als bundesligagerechten Spielstätte.

Meister und Homberg sagten für die TSG Sprockhövel zu, alle möglichen Dienstleistungen von Seiten des Vereins zur Ausgestaltung eines reibungslosen Spielbetriebes übernehmen zu wollen. Demnach müsste die Stadt Gevelsberg lediglich die unmittelbar mit der Herrichtung des Naturrasenplatzes in Zusammenhang stehenden Aufwendungen und Kosten berechnen. So konnte noch am Freitag die Stadt Gevelsberg „grünes Licht“ gen Frankfurt zur DFB-Zentrale funken. Damit ist das Stefansbachtal als Spielort für den Bundesligisten TSG Sprockhövel für die Saison 2015/2016 offiziell bestätigt.

Erhöhte Besucherfrequenz

Peter Konze und Michael Schmitz, Vorsitzende des FSV Gevelsberg, erklärten, dass man sich als im Stadion Stefansbachtal ansässiger Verein über die künftige Kooperation sehr freue. Bundesliga-Begegnungen der A-Junioren hätten schließlich auch für die sport- und fußballbegeisterte Bevölkerung in Gevelsberg und Umgebung eine hohe Anziehungskraft. Über die aus der vermehrten Besucherfrequenz zu erwartenden Mehr-Erlöse im vereinseigenen Gastronomiebereich wollen die Vereine zeitnah eine faire Vereinbarung schließen.

Über den gelungen Abschluss freuten sich auch Peter Alexander (Vorsitzender Fußballkreis) und Michael van Osten (Vorsitzender Jugendausschuss im Kreis), die sich mit guten Ratschlägen moderierend eingebracht hatten.