Der Süden tendiert zu Bezirksligen

Ennepe-Ruhr..  Nach der großen Kreisstrukturreform in Westfalen vor 14 Jahren steht der hiesige Handball vor der nächsten Neuerung. Der Handballverband Westfalen (HVW) will zur Saison 2016/2017 die Bezirke auflösen. Das hätte erhebliche Auswirkungen auf den Spielbetrieb in den Landes- und Bezirksligen. Am 9. Februar sollen dazu die Kreise gehört werden, die Entscheidung will der HVW am 8. März fällen.

Grund ist die demografische Entwicklung in Deutschland. Bundesweit hat sich der Handball zwar als siebtgrößter Sportverband mit 786 748 Mitgliedern stabilisiert. Der DHB hat aber laut DOSB-Mitgliederstatistik von 2014 im Vergleich zum Jahr davor 16 625 Mitglieder verloren, was ein Verlust von 2,07 Prozent ausmacht.

Plan: Eine Ebene kappen

Der HVW will mit den Bezirken daher eine administrative Ebene kappen und auflösen. Das wäre nach Meinung von Holger Kück, als TK-Vorsitzender im Handballkreis Industrie für den Spielbetrieb zuständig, nachzuvollziehen: „Einen Bezirk als Organisation brauchen wir nicht mehr.“ Anders sehen es Kück und der Kreis Industrie (wie Kreis Hagen/Ennepe-Ruhr im Bezirk Süd), der in dieser Sache mehrfach beraten hat, in einer anderen Angelegenheit.

Als Folge der Auflösung der Bezirke denkt der HVW darüber nach, auch die Bezirksligen abzuschaffen. Die Landesligen sollten aus den Bezirken in den Verantwortungsbereich des Verbandes gehen, die Bezirksligen ersatzlos gestrichen und die Vereine in die jeweiligen Kreise verteilt werden.

In einigen Kreisen, so ist zu hören, könne man sich eine Kreis-Oberliga vorstellen, mit der ein verstärkter Abstieg aufgefangen werden soll. Ein Szenario, das im Kreis Industrie auf wenig Gegenliebe stößt. Kück: „Es gibt keine Beschlusslage im Bezirk Süd, die Bezirksligen aufzulösen.“ Das Gegenteil sei der Fall: Die beteiligten Kreise seien sich im Grundsatz einig, nach der Reform zur Saison 2016/2017 die Bezirksligen – dann in eigener Regie – beizubehalten. Kück: „Uns würde doch sonst eine sportliche Ebene fehlen.“

Derzeit kein Bezirksligist

Derzeit gibt es aus Sicht der Mannschaften von Ennepe und Ruhr keine Mannschaft in der Bezirksliga. TG Voerde schickt sich an, den Aufstieg aus der Kreisliga zu schaffen. Aus dem Hagener Raum spielen in der Bezirksliga (Staffel 6) DJK GW Emst, SG TuRa Halden-Herbeck, DJK TuS 03 Hagen und VfL Eintracht Hagen IV.

Zu klären wären die Zuständigkeiten, etwa der Rechtsprechung. Ob die sechs Kreise des Bezirks Süd sich durchsetzen werden, bleibt die spannende Frage: Schlimmstenfalls würde es ein uneinheitliches Konstrukt geben: Der Norden ohne, der Süden mit Bezirksligen.

Ob das eine Mehrheit findet, ist nun die große Frage.