BVB auf der Brust - Schalke im Herzen
12.02.2010 | 19:06 Uhr 2010-02-12T19:06:00+0100
Schwelm. Justin Bächstädt ist ein Fußballtalent und schießt Tore am Fließband für die U12-Jugendmannschaft von Borussia Dortmund. Bis vor drei Wochen ist er noch für seinen Heimatverein VfB Schwelm auf Torejagd gegangen.
In seiner Freizeit hat er nicht nur beim VfB vor den Ball getreten, sondern auch im Schwelmer Jugendzentrum.
Dort ist er dem Hausmeister Norbert Wensing, selbst ein alter Fußballhase und ehemaliger Jugendtrainer des VfB Schwelm, aufgefallen. Wensing informierte einen Freund und Talentscout von Borussia Dortmund. Und schnell war ein Kontakt hergestellt. Doch der Scout konnte sich keine Schwelmer Spiele anschauen, der Winter machte einen Strich durch die Rechnung. Vielleicht ein Glück für Justin Bächstädt, denn das Fußballtalent durfte ausnahmsweise vorspielen, in Dortmund, beim Trainer persönlich.
Nach einer halben Stunde stand für Gerry Gordon, den Verantwortlichen für die U12 des BVB fest: Der ist einer für die Schwarz-Gelben. „Justin sollte sich bei seinem Heimatverein abmelden und sofort wechseln, wurde uns empfohlen”, berichtet Vater Jürgen Bächstädt stolz.
»Ich nennen ihn jetzt Zecke, bin aber
ziemlich stolz auf mein Patenkind«
Gesagt, getan: Schon in seinem ersten Hallenturnier für den BVB wurde Justin Torschützenkönig. Sein Problem: Samstags, wenn es die Zeit erlaubt, steht Justin mit seinem Patenonkel und Cousin Kai-Uwe Döinghaus in der Nordkurve der Schalker Arena und brüllt aus Leibeskräften die Knappen nach vorn. „Mein Patenonkel hat mich mit nach Schalke genommen, da hat mich der blau-weiße Virus gepackt”, erzählt Justin, der auch Mitglied bei Schalke 04 ist.
Der 12-Jährige schläft in Schalker Bettwäsche, sammelt Schalker Fan-Utensilien und will auch in Zukunft nicht auf die Erlebnisse in der Arena verzichten. Und sein U12-Trainer? „Der hat nur gelacht, als ich ihm davon erzählt habe. Und außerdem ist mein Mannschaftskamerad Maurice auch Schalke-Fan”, zwinkert Justin.
Wem er die Daumen drücken soll, wenn am 26. Februar Schalke gegen Dortmund spielt, weiß Justin nicht. Mit dem Patenonkel wird schon kräftig gefrotzelt. „Ich nenne ihn jetzt »Zecke«, bin aber ziemlich stolz auf mein Patenkind”, sagt Döinghaus. Um dann augenzwinkernd anzumerken: „Sollen ihn doch die Schwarz-Gelben ausbilden und wir bekommen ihn, wenn er soweit ist.”
Zuvor sollen Träume wahr werden. Mit der Borussia ist eine Reise nach Teneriffa geplant, in 2011 ist die USA oder Argentinien das Ziel.
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