Born anfangs vollkomen überrascht

Nach sechs Siegen ein Remis: Alex Born gegen den Rumänen Ionut Damian in Frankfurt.
Nach sechs Siegen ein Remis: Alex Born gegen den Rumänen Ionut Damian in Frankfurt.
Foto: WP

Ennepetal/Frankfurt..  Seinen siebten Profi-Kampf hat der Ennepetaler Boxer Alex Born mit einem Unentschieden beendet. Er bleibt damit in seiner noch jungen Karriere unbesiegt – wenngleich sich das Remis „wie eine Niederlage anfühlt“, so Born nach dem Kampf.

Von der ersten Sekunde an war der Gegner, der Rumäne Ionut Damian, darauf aus, seinen Kontrahenten mit einem Knock-out zu besiegen. „Er wollte nicht boxen, er wollte mich verprügeln“, dachte Alex Born über die ersten Momente. „Er hat mich vollkommen überrascht.“ Soweit er überhaupt in der Situation denken konnte. Denn: „Ich war so perplex, dass ich gar nicht mehr meine Taktik anwenden konnte“, so er 23-Jährige. „Es war schwer für mich, in den Kampf reinzufinden.“ Das zog sich fast zwei Runden lang durch den Kampf. Es drohte, die erste Niederlage zu werden.

Nur gut, dass sich besonders ab der dritten Runde Alex Born auf die eigenen Stärken besann. Die Taktik stimmte nach und nach wieder, Born erkämpfte sich die Überlegenheit zurück, er kämpfte sich in das Duell zurück, er erkämpfte sich schließlich das Unentschieden. Immerhin musste Born richtig viel einstecken, ist aber dennoch stehen geblieben. Eine Leistung, aber auch eine Erfahrung, die ihm keiner nehmen kann.

Und trotz aller Enttäuschung, auch weil viele Freunde von Born aus Ennepetal in die Frankfurter Festhalle gekommen sind, bleibt Alex Born positiv. „Ich habe viel gelernt. Mehr als bei meinem K.o.-Sieg gegen Jankovic“, sagt der 23-Jährige. „Das ist Boxen. Daraus muss man lernen. Weiter geht’s. Ich bin noch jung und Gott liebt mich“, schreibt Alex Born auf seiner Facebook-Seite.

Historischer Moment

Als der Ennepetaler, der bei der Kölner Box-Promotion von Felix Sturm seine sportliche Heimat hat, kurz vor 19 Uhr die Festhalle in Frankfurt betrat, hatte dies einen historischen Moment. Denn Alex Born bestritt den ersten Kampf seit 20 Jahren in dieser Halle. Zuletzt war es Dariusz Michalczewski, der an diesem Ort am Main gekämpft hatte. Der „Boxer des Jahres 1994“ (Leser der Zeitschrift „BoxSport“ hatte ihn dazu gewählt) hatte es am 4. Oktober 1995 in der Frankfurter Festhalle geschafft, zum vierten Mal seinen WBO-Titel im Halbschwer-Gewicht zu verteidigen. Der Wahl-Hamburger setzte sich gegen den damaligen französischen Meister Phillipe Michel nach Punkten durch. Obwohl zweimal schwer angeschlagen bewies der Franzose über die zwölf Runden gegen Michalczewski seine guten Nehmerfähigkeiten.

Am Freitag hatte Alex Born die „erste Hürde“ genommen: das Wiegen. Bei 77,8 Kilogramm blieb die Nadel stehen. „Das ist sehr, sehr gut“, freute sich Alex Born noch am Freitagmittag. Danach ging es mit seinem Manager in die Stadt – etwas essen. Denn bis zum Wiegen gab es Fisch, allenfalls mageres Fleisch und Gemüse – gedünstet versteht sich. „Ich bin platt“, gestand Born nach der „Diät“ und freute sich auf den ersten Teller mit Nudeln. „Jetzt gibt es alle drei Stunden Nudeln“, so der sympathische Ennepetaler.