Beim Projekt „Sport für Flüchtlinge“ in Haspe auspowern statt nur herumsitzen

Einige verstehen kein Wort, was Trainer Mahmut Kurukafa ruft. Denn beim Boxtraining in der Hasper Rundturnhalle folgen knapp 30 Männer und eine junge Frau seinen Anweisungen, drehen Runde um Runde, schwitzen, boxen. Doch einige von ihnen hängen immer ein paar Sekunden hinterher. Sie müssen gucken, was der Vordermann gerade macht. „Integration durch Sport“ ist ein Ziel des Landessportbundes – „Sport für Flüchtlinge“ eine im Dezember gestartete Maßnahme. In Haspe ist der Sinn des Projektes beim Training des Box-Sport-Club Haspe nach wenigen Minuten zu erkennen. Ein Projekt beispielsweise für Rasi, Mohammed, Samson, Anush oder Abdulkarim. Sie stammen aus Syrien, Palästina, Tadschikistan, Eritrea oder Marokko und leben derzeit an der Voerder Straße in einem der Wohnheime, die die Stadt für die knapp 550 Flüchtlinge vorhält. Sie dürfen nicht arbeiten, keinen Sprachkurs besuchen, viele haben auf der Flucht und davor Grauenhaftes erlebt. Ihr Alltag besteht normalerweise aus Rumsitzen und Warten. Doch seit zwei Wochen trainieren sie mit dem BSC – und vergessen für ein paar Stunden in der Woche ihre Situation. Foto: Nicole Schneidmüller-Gaiser