Begeisternder Schwelmer Endspurt mit 19:3-Lauf
31.08.2009 | 16:21 Uhr 2009-08-31T16:21:00+0200
Das macht Appetit auf mehr. Appetit auf den nächsten Test in der Ennepetaler Reichenbach-Halle (kommender Samstag, 16 Uhr), auf die bevorstehende Meisterschaft in der Basketball-Regionalliga.
Denn was die Schwelmer Baskets beim 89:84 (21:28, 17:21, 23:19, 28:16)-Sieg gegen Zweitligist ETB SW Essen zeigte, war aller Ehren wert.
Dabei stotterte zunächst der Baskets-Motor beim ersten Aufgalopp vor heimischen Publikum. Zwar steckte den Baskets-Spielern noch ein Turnier mit drei Spielen in den Knochen, dennoch war Trainer Raphael Wilder mit der ersten Spielhälfte nicht zufrieden. Die Intensität war ihm nicht hoch genug.
»Schwelm war heiß
wie Frittenfett«
Doch nach und nach kamen seine Mannen ins Spiel. Die Mannschaft steckte nie auf, die Mannschaft zeigte Moral und mit dem furiosen Endspurt begeisterte die Mannschaft. Immerhin war es ein 19:3-Lauf, den die Schwelmer in den letzten fünf Minuten hinlegten. „Schwelm war heiß wie Frittenfett”, anerkannte Schiedsrichter Horst Pelzer.
Vor der Begegnung eröffnete Manager Frank Herzbruch offiziell die Saison, er erläuterte kurz, dass der Verband einen Platz in der zweiten Liga (Pro B) den Kreisstädtern angeboten habe und dass die Schwelmer dankend abgelehnt hatten. Dafür erntete er dicken Applaus der knapp 300 Baskets-Fans.
Fans geben Spielern
viel Sympathie-Kredit
Ebenso stark war der Zuspruch der Fans, als erstmals die Akteure einliefen. Jeder Spieler wurde frenetisch gefeiert, als Hallensprecher Felix „Lälläk” Dargel durch die mäßig eingestellte Tonanlage die Schwelmer Baskets vorstellte. Keine Frage, die Fans sind heiß, sie geben bereits jetzt den Akteuren einen großen Batzen an Sympathie-Kredit.
Richtig aus dem Häuschen waren die Schwelmer, als die Schützlinge von Trainer Raphael Wilder sich anschickten, die Partie zu drehen. Riesen Jubel als Kristofer Speier per Dreier zum 78:81 verkürzte. Riesen Jubel als Aleander Starr einen der beiden Freiwürfe in die Reuse setzte. Riesen Jubel als der Kapitän erneut traf. Jetzt zum 81:81. Noch 2:35 Minuten waren zu spielen. Die Stimmung kochte, sie war erhitzt, als ginge es um Meisterschaft oder Pokal. Getragen von der Euphorie gelang den Baskets nun (fast) alles.
Das war so ganz nach dem Geschmck von Raphael Wilder. Vor allem freute es ihn, dass sich auch die Spieler empfehlen konnten, die nicht zur Startaufstellung zählen. Wenngleich Niklas Cox, Felix Werner und Max Kramer leer ausgingen, als sie auf dem Feld u.a. die beide US-Boys Bunts und Starr vertraten. „Daran müssen wir noch arbeiten. Das gefällt mir nicht”, so Wilder.
Neben Alexander Starr und David Bunts sowie dem frisch „erworbenen” Tom Doll wussten die drei Centerspieler zu gefallen. Vor allem Julius Dücker hat einen gewaltigen Leistungssprung nach vorne gemacht. Er zeigte sich besser, beweglicher, lauffreudiger und selbstbewusster. Akzente wusste überdies Max Dohmen zu setzen. Kapitän Kristofer Speier war anzumerken, dass er noch konditionelle Rückstände hat. Wegen seiner Hochzeitsreise hatte er später das Training aufgenommen.
Sein enormes Talent hat auch Eigengewächs Michael Agyapong kurz aufblitzen lassen. „Er ist eine Kampfmaschine, der mehr und mehr Basketball spielt”, freut sich Wilder über den Spieler, der zunächst in der Landesliga-Reserve seinen Platz haben wird.
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