Andreas Sander vor seinem zweiten WM-Start

Empfahl sich in Kitzbühel: Andreas Sander.
Empfahl sich in Kitzbühel: Andreas Sander.
Foto: dpa

Ennepetal/Beaver Creek..  Zu Beginn der Wintersaison war nicht unbedingt davon auszugehen, dass der Ennepetaler Andreas Sander bei den diesjährigen Weltmeisterschaften im US-amerikanischen Beaver Creek dabei sein wird. Jetzt gehört der Wahl-Oberstdorfer zum Speed-Team des DSV und startet im Super G und in der Abfahrt.

Durch den Kreuzbandriss rutschte Sander in Abfahrt und Super G in den Startlisten derart ab, dass an eine Teilnahme an der diesjährigen Weltmeisterschaft nicht unbedingt zu denken war. Und: In den letzten Jahren wäre es keinem Abfahrer weltweit gelungen, mit Startnummer 50 und höher entweder einmal Top 8 oder zweimal Top 15 zu fahren und somit die DSV-Normen zu erfüllen. „Und wenn man zwei Jahre lang eine Packung nach der anderen einfährt, fällt es schwer zu glauben, dass man es selbst ist, der diese Serie durchbricht. Mein Ziel für den Winter war daher zunächst einmal eine grundsätzliche Kehrtwende meiner Entwicklung zu schaffen. Das ist mir schon in Lake Louise gelungen“, so der Ennepetaler. Mit Platz 27 im Super G holte Sander erstmals seit zwei Jahren wieder Weltcup-Punkte.

Ungewisse Zukunft

Überhaupt stand am Ende des Winters 2013/2014 Andreas Sander vor einer mehr als ungewissen Zukunft. Hinter ihm lagen ein Kreuzbandriss, zwei Jahre ohne Weltcup-Punkte, ein freiwilliger Rückzug aus dem Weltcup und eine harte, öffentliche Kritik durch den damaligen Bundestrainer. Hiervon beeindruckt machte sich Sander im Frühjahr 2014 ernste Gedanken um seine Zukunft. Ans Aufhören dachte er allerdings nicht.

Beim DSV kam es zu einem Trainerwechsel, Andreas Sander blieb Mitglied der Nationalmannschaft und die Richtung des Speedteams war plötzlich eine andere. „Über die Fähigkeiten von Mathias Berthold und Christian Schwaiger brauche ich nicht viel sagen. Das Entscheidende war, dass mit deren Verpflichtung ein klares Signal ausgegeben wurde. Über Vertrauen in die eigene Technik sollten wir den Weg zurück in die Erfolgsspur finden. Das war genau das, wonach ich drei Jahre gesucht hatte.“

Bei der WM-Generalprobe in Beaver Creek (USA) fuhr der ehemalige Junioren-Weltmeister Anfang Dezember auf Platz 34. Sander: „Das war gar nicht so schlecht, weil mit ähnlich hoher Startnummer der Schnellste auf 29 fuhr.“

Als „Spaßbremse“ erwies sich anschließend der Weltcup in Gröden, wo Sander in 2010 seine ersten Weltcup-Punkte holte. Denn mit den Plätzen 50 und 41 blieb der Wahl-Allgäuer weit hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Europacup als Sprungbrett

Um für den weiteren Verlauf des WM-Winters seine Startnummer zu verbessern, verzichtete Sander im Januar 2015 auf die Weltcup-Rennen in Wengen. Eine schwere, aber wie sich später erweisen sollte, richtige Entscheidung, weil das beste Europacup-Resultat seiner Laufbahn im WM-Winter auf der Habenseite stand. „Also bin ich recht optimistisch nach Kitzbühel gefahren und habe an meine Chance geglaubt, mich dort mit einer starken Leistung für die WM zu empfehlen“, so Sander. Die Hoffnungen erfüllten sich. Der 25-Jährige stellte mit Platz 16 auf der Streif das beste Resultat seiner bisherigen Laufbahn ein und wurde anschließend vom DSV für die Weltmeisterschaft nominiert.

Tolles Erlebnis in Garmisch

So startet Sander nunmehr zum zweiten Mal bei einer Weltmeisterschaft. Der Ennepetaler: „2011 bei der Heim-WM in Garmisch war ich 21 Jahre. Das war damals ein tolles Erlebnis, an dass ich mich gerne erinnere. Heute bin ich vier Jahre älter, habe inzwischen gute und schlechte Erfahrungen sammeln können und möchte versuchen, das Vertrauen von Trainer und Verband in mich zu rechtfertigen. Wenn wir alle nach Super G und Abfahrt sagen können, dass meine Nominierung richtig war, dann passt das.”