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Andreas Sander rast bei „Höllen-Abfahrt“ auf Platz zehn

29.12.2015 | 22:53 Uhr
Andreas Sander rast bei „Höllen-Abfahrt“ auf Platz zehn
Auch im Sprung absolut konzentriert: Andreas Sander während der Abfahrt.Foto: Getty Images

Santa Caterina/Ennepetal.   Der Ennepetaler Andreas Sander feiert bei der Abfahrt von Santa Caterina den größten Erfolg seiner Weltcup-Karriere. Der Skirennfahrer rast sensationell auf Platz zehn. Nur die Verletzung eines Kollegen trübt Sanders Freude.

Andreas Sander (26) hatte eigentlich guten Grund, eine Riesen-Party zu schmeißen. Der Skirennläufer aus Ennepetal lieferte bei der Abfahrt von Santa Caterina sein erstes Top-Ten-Ergebnis im alpinen Weltcup ab. Bei äußerst schwierigen Bedingungen landete er auf dem zehnten Rang. Doch schon am Nachmittag machte sich Sander auf den Weg Richtung Heimat, wo er den schönsten Tag seiner Karriere im kleinen Kreis ausklingen ließ.

Herr Sander, Sie haben Ihr bestes Ergebnis auf einer der schwierigsten Weltcup-Strecken erzielt. Wie haben Sie das geschafft?
Andreas Sander: Das weiß ich eigentlich selbst nicht so genau. (lacht) Ich habe mich einfach total gut gefühlt und bin das Rennen selbstbewusst angegangen. Ich habe aber leider einige Fehler gemacht, die mir auch schon im Training passiert sind. Da ist sicher noch Luft nach oben. Aber das Ergebnis fühlt sich jetzt wahnsinnig toll an. Ich bin super happy.

Maria Höfl-Riesch hat die Strecke als „Höllen-Abfahrt“ bezeichnet. Ist es wirklich so schlimm?
Das hat die Maria schon gut gesagt. Man stellt sich halt auf eine Abfahrt ein und es ist so ein Mittelding zwischen Abfahrt und Super-G. Da sind wirklich sehr lange Kurven, es ist sehr eisig, sehr steil, sehr unruhig. Man muss ständig einen Rhythmuswechsel finden, denn es geht immer von langen Kurven in kurze hinein. Aber was ich und generell alle Fahrer am schwierigsten finden, das ist die schlechte Sicht. Man sieht kaum etwas und rast mit über 100 km/h durch diese steilen Kurven. Das ist schon extrem anstrengend. Man muss das Maximum aus sich herausholen.

Das klingt ja beängstigend. Mental ist so eine Abfahrt doch sicher auch eine Herausforderung.
Natürlich, es ist dabei unheimlich wichtig, sich vernünftig auf die Strecke einzustellen, so gut wie es geht auf alles vorbereitet zu sein. Für mich war es, wie gesagt, entscheidend, dass ich die Abfahrt mit viel Selbstbewusstsein angegangen bin. Die Wochen und Monate davor liefen schon gut für mich und das hat mich gepusht. Letztes Jahr hätte ich so ein Ergebnis auf keinen Fall geschafft.

Ihr Kollege und Zimmernachbar Josef Ferstl konnte wegen eines Kreuzbandrisses nicht mitfahren und fällt nach seiner OP mindestens ein halbes Jahr aus. Wie haben Sie das verarbeitet?
Das ist natürlich richtig bitter. Es wäre toll gewesen, wenn es zwei Deutsche in die Top Ten geschafft hätten und Josef war zuletzt super drauf. Aber er wird das schaffen. Die OP ist schon mal erfolgreich verlaufen und bald beginnt die Reha. Es wird auch wieder Rückschläge für Josef geben, das habe ich ihm heute noch gesagt. Aber nächstes Jahr werden wir beide wieder gemeinsam angreifen, da bin ich mir sicher.

Wie geht es nun für Sie weiter?
Ich habe jetzt erstmal fünf Tage frei. Das kommt mir sehr entgegen, denn ich merke gerade, wie anstrengend der Weltcup in Santa Caterina doch war. So viel Freizeit werde ich diesen Winter aber nicht mehr haben. Ab dem 2. Januar wird wieder hart trainiert. Auch für Riesenslalom, da läuft es weniger gut für mich. Mitte Januar geht es dann zum Weltcup nach Wengen. Danach steht Kitzbühel an.

Dominik Brendel

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2015-12-29 22:53
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