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Agyapong nutzt Minikrise der Baskets

05.02.2012 | 19:59 Uhr
Agyapong nutzt Minikrise der Baskets
Foto : Michael Scheuermann

Schwelm/Wolfenbüttel.Wenn der geneigte Basketball-Fachmann sagt „a win is a win“, dann meint er: „Hauptsache gewonnen.“ Und dies trifft auf die Schwelmer Baskets zu, die mit dem 84:76 (39:40)-Sieg bei Herzöge Wolfenbüttel wieder auf dem Wege zu besseren Leistungen in der 2. Basketball-Bundesliga, Pro B Nord, sind.

Zwei gute Läufe

Der grandiosen Leistung mit überraschend klarem Sieg gegen Spitzenreiter Hannover folgte ein sportlicher Tiefpunkt mit der Niederlage am vergangenen Mittwoch in Vechta. Diesem Tief sind die Kreisstädter ein Stückchen weit wieder entstiegen. Zwei starke Phasen sorgten für den Erfolg: zunächst nach 25 Minuten mit einem 11:0-Lauf, dann nach einer guten halben Stunde mit dem 13:2-Lauf (Wilder: „Da war das Spiel gelaufen.“). Eine Leistungs-Schwankung, die die Baskets innerhalb einer Woche durchmachen mussten.

Immerhin gibt es Gewinner dieses Tiefs. Weil die „etatmäßigen“ Leistungsträger nicht an ihre gewohnten Fähigkeiten heranreichten, teilweise als Totalausfälle übers Parkett liefen, sorgten Michael Agyapong und Sven Schermeng für Aufmerksamkeit.

Insbesondere Agyapong hat beharrlich seine Leistung steigern, sich als fester Bestandteil der Mannschaft etablieren können. Spielerisch und konditionell gab es nie etwas an dem 21-jährigen Center- und Aufbauspieler auszusetzen. Kontinuierliche Steigerungen gibt es seit seinem Eintreten bei den Schwelmern im Jahre 2009 (der Zwei-Meter-Mann kam von der Leverkusener Academy), das zeigten die Einsätze sowohl in der Regionalliga-Jugend als auch bei den Oberliga-Senioren. Stets war er bei der Truppe in der Bundesliga dabei. Und mittlerweile knüpft er sichtbar an dem Bundesliga-Niveau an. „Er spielt mehr und mehr richtig gut mit“, freut sich Baskets-Trainer Raphael Wilder. „Er hat in den letzten Spielen seine Chancen genutzt.“

Schermeng stark

Ähnlich sieht es bei Sven Schermeng aus, wenngleich bei ihm die Leistungssteigerung nicht direkt an den Statistiken abzulesen ist. „Im letzten Viertel hat er in der Abwehr gut gearbeitet“, lobt Wilder. Im Sommer 2011 war der Aufbauspieler von der SG Sechtem zu den Schwelmern gewechselt.

Und die restliche Truppe? „Die hat ihren Job gemacht. Fertig", so Raphael Wilder zur samstäglichen Leistung in Wolfenbüttel. „Es gab keinen Zweifel daran, dass wir Wolfenbüttel schlagen mussten. Das haben wir getan.“ Der Sieg stimmt das Schwelmer Lager umso zufriedener, da man in der laufenden Saison nicht gerade von einer auswärtsstarken Baskets-Mannschaft reden kann bei vier Siegen und sieben Niederlagen.

Das hat in der Gesamt-Situation dazu geführt, dass Schwelm aus eigener Kraft nicht mehr den vierten Platz erreichen kann. Dort rangiert Vechta, den direkten Vergleich haben die Kreisstädter verloren. „Wir können diesen Rang nur noch erreichen, wenn wir unsere restlichen Spiele gewinnen und Vechta mindestens zwei Spiele verliert“, rechnet Wilder vor.

Mannschaft der Stunde

Dass Schwelm alle Spiele gewinnen kann, haben die Jungs mehrfach unter Beweis gestellt. Und gerade gegen die höher platzierten Mannschaften kann sich die Bilanz sehen lassen. Die direkten Duelle gegen Spitzenreiter Hannover und den Dritten Braunschweig hat Schwelm gewonnen. Gegen Vize Herten sieht es gut aus. Im Hinspiel gab es einen der seltenen überzeugenden Auswärtssiege mit dem 100:85. Am kommenden Samstag (19.30 Uhr in der heimischen Halle West) kommt die „Mannschaft der Stunde der Liga“ (so Wilder), deren letzte Niederlage vom 17. Dezember datiert (übrigens 69:84 gegen Wolfenbüttel). Doch im Spiel gegen die seit der Winterpause verstärkten „Löwen“ muss bei den Schwelmern eine weitere erhebliche Steigerung her, wollen sie bestehen.

Heinz-G. Lützenberger

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