Zum fest eingeplanten Sieg gezittert

Foto: FUNKE Foto Services

Praest..  Die letzten Minuten waren noch einmal Nervenkitzel pur. Als die Gäste in der 88. Minute den 2:3-Anschlusstreffer erzielten, musste der RSV Praest in der Schlussphase mächtig zittern, ehe der fest eingeplante Dreier gegen das Schlusslicht TuB Bocholt feststand. „Das muss ich nicht jeden Sonntag haben“, atmete RSV-Coach Roland Kock nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Carsten Bongers kräftig durch. „Wir haben die drei Punkte und das zählt“.

Rückstand nach 31 Minuten

Auch wenn die erhoffte Nachbarschaftshilfe durch die 1:2-Niederlage des SV Vrasselt beim FC Olympia Bocholt ausblieb, konnten die Schwarz-Gelben den Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang, den der PSV Wesel II als Zwölfter belegt, auf sieben Zähler ausbauen, wobei die am Sonntag mit 1:2 in Uedem unterlegenen Lackhausener allerdings eine Partie weniger ausgetragen haben. Zum SV Bislich auf Rang elf sind es nun sechs Zähler Differenz.

In der ersten halben Stunde passierte nicht viel in der gestrigen Bezirksliga-Begegnung. In Minute 31 landete der Ball dann zwar das erste Mal im Tor, doch Bongers erkannte den Treffer von Michael Schulz wegen einer Abseitsstellung nicht an. Eine Minute später gab’s den nächsten Rückschlag, als ein Freistoß im Strafraum mit dem Kopf verlängert wurde und Lucas Wittkopp zum 1:0 für TuB eindrückte. RSV-Keeper Sascha Zwiekhorst war zwar noch am Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. 60 Sekunden später mussten die Gäste verletzungsbedingt ihren Torwart tauschen. Als die erste Hälfte dann bereits in der Nachspielzeit war, kamen die Praester zum Ausgleich, als sich Marvin Müller gut durchsetzte und zu Dennis Thyssen passte. Im Nachschuss markierte der Stürmer das 1:1.

Zwei Treffer von Dennis Thyssen

Ebenso gut wie der erste Durchgang für den RSV geendet hatte, begann auch der zweite. Einen Freistoß von Michael Schulz köpfte der vollkommen allein gelassene Michal Szczepinski aus fünf Metern in der 47. Minute zum 2:1 für die Hausherren ins Netz. Nach 58 Minuten schienen die Gastgeber endgültig auf der Siegerstraße, als ein Schussversuch von Marvin Müller bei Dennis Thyssen landete, der das Leder dann sehenswert zum 3:1 in den Winkel drosch. Sieben Minuten später hatte Thyssen sogar die Chance zum vierten Treffer, verzog aber.

Trotz des Vorsprung warnte Kock seine Schützlinge immer wieder: „Wir müssen weiter aufpassen“. Tatsächlich verzeichneten in der Folge auch die Bocholter einige Gelegenheiten. Zunächst zweimal durch Michel Wesendonk (69. 76.), danach traf Alexander Overbeck den Pfosten (81.). Auf der anderen Seite hatte dann auch Marcel Wolters Pech, als das Aluminium die endgültige Entscheidung verhinderte (85.).

Drei Minuten später landete ein abgefälschter Fernschuss von Overbeck im Praester Gehäuse – und das Bangen begann. Der designierte Absteiger aus Bocholt hatte noch eine Kopfballchance, doch schließlich jubelten die Hausherren. „Positiv ist, dass wir nach dem 0:1 die Ruhe bewahrt haben, dennoch haben wir trotz Führung in der zweiten Hälfte teilweise unsicher agiert“, so Kock.

Richtig in sich haben es nun die kommenden drei Partien für die Praester. Zweimal geht es gegen den SV Vrasselt, zunächst am Mittwoch im Kreispokal und dann am Pfingstmontag in der Bezirksliga. Dazwischen steht am nächsten Sonntag die Fahrt zum Spitzenreiter SV Hönnepel-Niedermörmter II für den RSV auf dem Spielplan.