"Wunder-Pille" Horst Gecks soll Kessel vor dem Abstieg bewahren
22.11.2007 | 19:07 Uhr 2007-11-22T19:07:41+0100FUSSBALL-BEZIRKSLIGA. Die 65-jährige Ex-Profi ist ab sofort neuer Coach beim Tabellenvorletzten Spvgg. Kessel. Seinen ungewöhnlichen Spitznamen hat er nicht dem runden Leder zu verdanken.
AM NIEDERRHEIN. Die Fußball-Bezirksliga ist wieder um einen Bunten Vogel reicher. Horst "Pille" Gecks kann auch im Rentenalter von 65 Jahren die Finger einfach nicht vom runden Leder lassen: Der Ex-Profi ist ab sofort neuer Trainer beim abstiegsbedrohten Team der Spielvereinigung Kessel, das zurzeit punktgleich mit dem Letzten SV Issum das untere Ende der Bezirksliga-Tabelle ziert.
Die "Wunder-Pille" soll die Blau-Weißen nun also vor dem Abstieg retten. Ein hoffnungsloses Unterfangen? Wohl kaum, denn in der vergangenen Saison gelang Gecks dieses Kunststück mit dem KSV Kevelaer aus einer vergleichbar prekären Situation heraus.
Erfahrung bringt der 65-Jährige, der Marco van de Sand ablöst, reichlich mit: Insgesamt bestritt Horst Gecks 192 Erst- und 30 Zweitligaspiele. 53 Tore in der höchsten deutschen Spielklasse gingen auf sein Konto. Höhepunkt seiner aktiven Karriere war der DFB-Pokalsieg mit den Offenbacher Kickers 1970. Der damalige Regionalligist besiegte den hohen Favoriten 1. FC Köln mit 2:1. Durch sein Tor in Minute 64 zum 2:0 war "Pille" Gecks maßgeblich an diesem Erfolg beteiligt. Seine aktive Laufbahn hat er beim KSV Kevelaer in seiner Wahlheimat beendet.
Als Trainer ist er schon weit herumgekommen: Unter anderem coachte er SC BW Wulfen, dreimal den Kevelaerer SV, Siegfried Materborn und auch den Sportclub Kleve, der damals in der Landesliga spielte. In verschiedenen Prominenten-Teams engagiert sich Gecks als Trainer und Spieler. Jetzt gilt seine ganze Konzentration aber den Blau-Weißen aus dem Spargeldorf. Unter Volldampf wird er schon am morgigen Samstag beim Nachholspiel der Spielvereinigung gegen Vynen-Marienbaum an der Seitenlinie auf- und ablaufen und amüsante Kommentare von sich geben. Mit Blick auf seine neue Aufgabe in Kessel bremst er zu hohe Erwartungen: "Ich kann nicht zaubern!"
Und wie kommt Horst Gecks eigentlich an den Spitznamen Pille? Als Quelle entpuppt sich nicht, wie man meinen könnte, dessen Liebe zum Fußball (Pille), sondern die Anatomie seiner Füße: Gecks hätte "Füße wie eine Pille-Ente", meinte sein damaliger Duisburger Trainer Willi Multhaup. Und der Titel "Ente" war zu diesem Zeitpunkt bereits an Essens Willi Lippens vergeben...
STATIONEN ALS SPIELER Von 1963 bis 1969 ging Horst "Pille" Gecks für den Meidericher SV, der 1966 in MSV Duisburg umbenannt wurde, in der Bundesliga auf Torejagd. Dann wechselte der Angreifer in die Regionalliga-Süd zu den Offenbacher Kickers, mit denen er in der folgenden Saison in der Bundesliga spielte. Von 1972 bis 1974 stürmte Gecks für Rot-Weiß Essen, zunächst in der Regionalliga West, dann erneut in der Bundesliga. In der Spielzeit 1974/75 war er dann noch für den Lokalrivalen Schwarz-Weiß Essen in der Zweiten Bundesliga Nord am Ball.
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