„Wir müssen weiter dran glauben“

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Praest..  In den vergangenen Jahren herrschte stets eine ganz besondere Brisanz, wenn es zum Duell RSV Praest gegen den SV Bislich kam. Erinnert sei nur an das extrem hitzige Hinspiel mit zwei Strafstößen und vier Platzverweisen – und obendrein einer Unwetterunterbrechung.

Das Match zuvor im Mai vergangenen Jahres war nicht minder aufregend. Der große Unterschied zum aktuellen Aufeinandertreffen allerdings: Damals ging es um den Titel in der Bezirksliga, diesmal ist für beide Mannschaften Abstiegskampf angesagt. Und da stehen die Praester nach dem 3:5 beim Spitzenreiter SV 08/29 Friedrichsfeld und der siebten Niederlage in Serie mehr denn je unter Druck. Bei weiterhin nur mageren 15 Punkten auf dem Konto beträgt der Rückstand aufs rettende Ufer nun schon fünf Zähler.

Die schlechteste Defensive der Liga

„Wir müssen an die guten Sachen aus dem Friedrichsfeld-Spiel anknüpfen und weiter dran glauben, dann werden wir auch wieder belohnt“, ist RSV-Trainer Roland Kock immer noch optimistisch, dass seine Mannschaft in Kürze die Kurve kriegt und am Ende doch noch in die Nähe der 40 Punkte kommt, die zum Klassenerhalt notwendig sein dürften.

„Vor allem müssen wir endlich mal die Abwehrfehler abstellen, und wenn es doch Gegentreffer gibt, dürfen wir uns dadurch nicht sofort wieder aus der Bahn werfen lassen“, fordert Kock, der im Heimspiel am Sonntag ab 15 Uhr nur auf den gesperrten Michael Szczepinski verzichten muss. Tatsächlich haben die Praester mit 37 Gegentreffern die schlechteste Defensive der Liga. Die eigene Torquote ist dagegen mit 31 – nur ein Treffer weniger als der Tabellenzweite SV Hönnepel/Niedermörmter II – gar nicht mal schlecht.

Auch die Bislicher können bei momentan lediglich einem Zähler Vorsprung auf die Abstiegsplätze alles andere als entspannt in die restliche Saison gehen. Zuletzt unterlagen die Schwarz-Weißen in einem kurzfristig vereinbarten Freundschaftsspiel beim B-Ligisten Anadolu Spor Wesel mit 1:3 (0:1).

Blamables Testspiel der Gäste

„Das war absolut blamabel und so kurz vor dem Start in den Abstiegskampf habe ich für so eine Vorstellung auch kein Verständnis. Da hätten wir besser noch um den Auesee spazieren gehen können“, schimpfte SVB-Coach Dennis-Lindemann. „Und eigentlich sollte das bereits die Startelf für Sonntag sein, aber das wird sie mit Sicherheit nicht! Bis auf Kai Sprenger und mit Abstrichen Sabri Bulut müssten die Leute sich am Sonntag alle auf der Bank wiederfinden.“ Fehlen werden den Gästen neben Moritz Schiermeister und Keeper Timo Theißen auch die Torschützen vom 2:1-Hinspielsieg, Yasin Cagatay (Nasenbein) und Alpha Samoura (Fuß).

„Wir müssen in erster Linie sehen, dass wir die Ruhe bewahren, uns auch von der Hektik von außen nicht anstecken lassen und mit elf Mann vom Platz gehen“, meint Lindemann, der die Praester Mannschaft in Friedrichsfeld beobachtet hat, da das eigene Spiel gegen Kleve ausgefallen war. „Praest hat eine kampfstarke Mannschaft, die auch Fußball spielen kann. Allerdings stehen sie jetzt schon ein wenig mit dem Rücken zur Wand“.