Westfalia steigt aus der Kreisliga A ab

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Anholt..  Um genau 16.43 Uhr war der Anholter Abstieg perfekt. Nachdem die Mannschaft vom Pannebäcker weit über ein Jahrzehnt ununterbrochen in der Kreisliga A Rees-Bocholt auf Punktejagd gegangen war, endete das Kapitel gestern. Durch eine 0:7 (0:1)-Klatsche beim TuB Mussum, für den es im letzten Saisonspiel um nichts mehr ging, verspielte die Westfalia ihre letzte Chance auf den Klassenerhalt. Da Abstiegskonkurrent DJK Barlo mit 1:3 beim SV Haldern unterlag, hätte die Westfalia mit einem Sieg noch den Klassenerhalt schaffen können.

Spiegelbild der Saison

Aus Anholter Sicht war die gestrige Begegnung ein Spiegelbild der Saison. Spielentscheidend waren vor allem zwei Faktoren. Zum einen war die Mannschaft von Trainer Hans-Georg Trinker erneut nicht in der Lage, auch allerbeste Möglichkeiten zu verwerten. Noch gravierender war allerdings die Tatsache, dass die ersten drei Gegentreffer komplett aus Gästegeschenken resultierten.

Anholts Nils Lehmschlöter hatte nach elf Minuten die erste Chance der Begegnung. Nach einem Freistoß von Christopher Refke wurde sein eigentlich guter Kopfball von Mussums Torhüter Niklas Friedrich pariert. Vier Minuten später hatten die Westfalia-Fans bereits zum Jubeln angesetzt. Torjäger Matthias Teronde hatte den Gästekeeper bereits umkurvt, schoss den Ball allerdings mit links über das Tor. Auf der Gegenseite ging der Gastgeber nach 31 Minuten mit 1:0 in Führung, wobei Ersatzkeeper Rui-Manuel Pinto Teixeira den Treffer auf seine Kappe nehmen muss. Einen Schuss von Mussums Matthias Bovenkerk ließ der Anholter Schlussmann zum Entsetzen seiner Mitspieler durch die Beine rutschen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte beförderte Hans-Georg Trinker Christopher Refke in den Angriff. Es passte zum Anholter Tag, dass der Treffer zum 2:0 aus einem berechtigten Handelfmeter resultierte. Thomas Borchard war hier der „Übeltäter“. Mussums Andre Lörwink war es egal, er verwandelte sicher zum 2:0 (53.). Die endgültige Entscheidung fiel nur 300 Sekunden später. Christopher Refke erlaubte sich vor dem eigenen Strafraum einen kapitalen Fehlpass, den den die Gäste dankend durch Philipp Vos zum 3:0 verwerteten (58.).

Nun war die Partie entschieden und die Anholter Köpfe gingen nach unten. Weitere Gegentreffer in der 59., 72., 86. und 89. Minuten machten das Anholter Debakel perfekt. „Eigentlich sage ich jede Woche das Gleiche. Wir haben uns erneut die ersten drei Tore reingelegt“, meinte Anholts Trainer Hans-Georg Trinker unmittelbar nach dem Abpfiff.

Trotz des bitteren Abstiegs wird es bei der Westfalia kaum personellen Änderungen geben. „Einen großen Schnitt wird es bei uns nicht geben“, sagte Hans-Georg Trinker, der auch in der nächsten B-Liga-Saison als verantwortlicher Trainer zur Verfügung steht.