Vor 25 Jahren eine Lücke geschlossen

Emmerich..  Ein Jubiläum feiern die Hobbyspieler der Emmericher Eintracht, des TV Elten und vom TC Rotweiss Emmerich. Seit nunmehr 25 Jahren treten sie an, um in der Hobbyliga miteinander Tennis zu spielen. Bei diesen Terminen geht es nicht nur um den gemeinsamen Tennissport, sondern auch um das anschließende gesellige Zusammensein.

„Dies ist mindestens genau so wichtig“, berichtet Horst Lettau, Hobbywart des TC Rotweiss, und seit vielen Jahren in der Hobbyliga engagiert. „Zudem treffen wir uns einmal im Jahr bei einem der Vereine zu einem Abschlussfest, und lassen dabei die Saison mit all ihren vielen kleinen ‘Highlights’ noch einmal Revue passieren.“

Ihre Gründung erlebte die Tennis-Hobbyliga im Jahre 1991. Zu dieser Zeit dominierten in den Tennisvereinen noch die Meden-Mannschaften. Hobbyspieler waren damals noch nicht organisiert. So wurde die Idee geboren, Tennis nicht nur innerhalb des eigenen Vereines zu spielen, sondern sich auch mal im Wettbewerb mit Spielern von Eintracht Emmerich und TV Elten zu messen.

Selbst auferlegte Spielregeln

Dank Heinz Dickerboom vom TC Rotweiss blieb es nicht bei den Gedankenspielen, sondern es folgten Taten. Zum Auftakt der Hobbyliga waren Mannschaften von TC Rotweiss Emmerich, Eintracht Emmerich, TV Elten und Fortuna Millingen dabei.

Jede Mannschaft bestand aus sechs Damen und sechs Herren, wobei jeweils drei Damen- und drei Herren-Doppel sowie sechs Mixed-Partien ausgetragen wurden. Das Mindestalter der Akteure wurde auf 35 Jahre festgelegt.

Ansonsten lehnten sich die Spielregeln für die Begegnungen eng an die der Medenspielrunde an. Gespielt wurden jeweils eine Sommer- und Winterrunde und am Ende wurde das siegreiche Team mit einem Wanderpokal geehrt.

In den ersten Jahren der Hobbyliga wurde zudem strikt darauf geachtet, dass nur Hobbyspieler zum Einsatz kamen. Auch wenn die Versuchung zum Einsatz eines „besseren“ Medenspielers im Team mitunter groß war.

Horst Lettau erinnert sich jedenfalls mit einem Schmunzeln an diese Zeiten und so manche Auseinandersetzung, „weil eine Mannschaft klammheimlich doch einen Spieler eingesetzt hatte, der schon das eine oder andere Medenspiel bestritten hatte. Auf den ersten Blick war dies nicht ersichtlich, denn vieles war damals nicht annähernd so transparent wie heute in Zeiten des Internets“.

Im Laufe der folgenden Jahre mussten die selbst auferlegten Spielregeln dann immer weiter aufgeweicht werden, denn die Medenmannschaften der Vereine griffen zunehmend auf Spieler aus den Hobbymannschaften zu und spielstarke Hobbyspieler wechselten auf eigenen Wunsch in eine Medenmannschaft. Die schwindende Zahl der Hobbyspieler war dann auch einer der Gründe, dass sich vor einigen Jahren Fortuna Millingen und zuletzt der TV Elten aus der Liga zurückziehen mussten. Anders dagegen verlief die Entwicklung beim TC Rotweiss und Eintracht Emmerich, die genügend Neuzugänge und engagierte Spieler werben konnten, um damit zwei beziehungsweise sogar drei Hobbymannschaften auf die Beine zu stellen.

Zukunft realistisch eingeschätzt

Viele Jahre dieser Entwicklung hat Vorstandsmitglied Horst Lettau eng begleitet und weiß zu berichten: „Während in den früheren Jahren noch der Ehrgeiz vorhanden war, die Saison als Sieger zu beenden und den Wanderpokal zu erhalten, so steht heute die Freude am gemeinsamen Tennisspiel im Vordergrund.“

Demzufolge findet in den Sommermonaten bei jedem der teilnehmenden Vereine nur noch ein so genanntes „Kuddelmuddel-Turnier“ statt, das für alle Tennisfreunde offen ist. Die Hobbyliga-Teams treten nur noch in der Wintersaison in der Halle des TC Rotweiss gegeneinander an.

Der Rotweiss-Hobbywart schätzt die Zukunft der Hobbyliga dann auch ganz realistisch ein: „Einerseits kann man bedauern, dass sich keine Teams aus Hobbyspielern mehr zusammenstellen lassen, andererseits ist durch die Kombination von Meden- und Hobbyspielern die Möglichkeit gegeben, wenigstens im Winter mannschaftsmäßig Tennis zu spielen.“ Bleibt zu hoffen, dass sich bis zum nächsten Jubiläum weiterhin engagierte Organisatoren und begeisterte Tennisfreunde in den Vereinen finden werden.