Vanessa Borgmann kommt mit Come to win...

Am Niederrhein..  Der Name ist schon mal vielversprechend: Come to win! Doch dass dies auch ihr Anspruch ist, so weit will Vanessa Borgmann nicht gehen. Ehrgeizige Ziele setzt sich die Amazone des RFV Jagdfalke Brünen allerdings schon. „Ich traue mir ein ähnliches Abschneiden wie 2013 zu“, sagt die Springreiterin. Damals war sie mit Quismy des vaux ins Stechen um den Großen Preis von Gahlen eingezogen und hatte Platz fünf belegt. Am morgigen Samstag (19.30 Uhr) steht in der Halle des RV Lippe-Bruch Gahlen erneut der Große Preis an, nach einem Jahr Pause wieder mit Vanessa Borgmann im Parcours.

Anfang des vergangenen Jahres war ihr der achtjährige Wallach für eine Springprüfung der Klasse S*** noch nicht routiniert genug. „Das wäre zu früh gewesen, aber im zurückliegenden Jahr hat er viel Erfahrung gesammelt“, erzählt die Auszubildende zur Groß- und Außenhandelskauffrau. Schwere Springen der Ein- bis Drei-Sterne-Kategorie entschied das Paar für sich. Einer der Höhepunkte bildete die Teilnahme an Deutschlands U 25-Springpokal, dem ersten Förderprojekt der Stiftung deutscher Spitzenpferdesport. In Balve siegte die 22-Jährige, Mannheim und Hamburg brachten ihr die Plätze fünf und sechs – jeweils in Drei-Sterne-Springen.

Sein Potenzial stellte Come to win (Spitzname „Carlchen“) also schon mehrfach unter Beweis. Beim Landestrainer Holger Hetzel in Goch holte sich das Duo vor den Feiertagen den letzten Schliff für Gahlen. „Jetzt wird nur noch dressurmäßig ein wenig gearbeitet“, kündigt Borgmann an. Ihr erster Auftritt an der Nierleistraße erfolgt heute im S**-Springen. „Da kann er sich schon mal an die Halle gewöhnen.“ Ansonsten hänge viel von der Tagesform ab. „Wenn wir beide einen guten Tag erwischen, dann glaube ich nicht, dass wir schlechter als 2013 abschneiden“, meint Borgmann, die außerdem noch mit Hixson und Caspar bei verschiedenen Prüfungen in Gahlen antreten wird.

Stramme Planung bei 850 Nennungen

Für ihre Klubkollegin Carolin Zell fällt Gahlen 2015 eine Nummer kleiner aus. Ihr Spitzenpferd Nuhreste ist zurück beim Züchter in den Niederlanden, außerdem trägt die 15-Jährige ein Fohlen mit sich herum. Anfang 2015 soll es soweit sein. So reist Zell nur mit der achtjährigen Stute Cera an, die sich noch in der Lernphase befindet. „Sie geht erst seit einem Jahr im Sport und auf so einem großen Turnier war sie noch nie“, erzählt die 23-Jährige. Springen der Klassen A, L und M zählten bisher zu den absolvierten Prüfungen. Mit dem M**-Springen am Freitag steigen Zell und Cera ein. „Wenn es gut läuft, folgt vielleicht noch das Punktespringen der Klasse S*. Auf jeden Fall wird es diesmal etwas ruhiger“, sagt Carolin Zell.

Erst ein Drei-Sterne-Springen

Davon kann bei Martin Sterzenbach dagegen überhaupt nicht die Rede sein. Das Mitglied des RV Lippe-Bruch Gahlen wartet bei seinem „Heimspiel“ mit acht Pferden auf. „Also ein volles Programm“, sagt der 51-Jährige, der seit fast 13 Jahren für den Verein an den Start geht. Und dies meist sehr erfolgreich. In S-Springen hat er es auf 156 Siege gebracht, mit 41 verschiedenen Pferden. Vor rund drei Jahrzehnten feierte der vom Hufschmied zum Pferdewirt umgesattelte Sterzenbach seinen ersten Erfolg in der schweren Klasse. Mittlerweile betreibt er einen Ausbildungsstall, führt die Vierbeiner an die schweren Aufgaben heran.

Einer, dem er auch den Großen Preis zutraut und mit dem er deshalb gemeldet hat, ist Balougraf. Allerdings besitzt der Hengst ein kleines Handicap. „Mit seinen nur acht Jahren fehlt ihm schon ein wenig Erfahrung“, weiß Martin Sterzenbach. Dies gilt ebenfalls für die S-Springen mit den drei Sternen. Erst eines ist Balougraf gegangen: In Langenfeld konnte sich das Paar dabei als 14. platzieren. Exakt diesen Platz hatte der Gahlener beim Großen Preis 2014 mit Sambucca belegt. „Balougraf besitzt dabei mehr Potenzial als Sambucca“, meint Sterzenbach. Deshalb sind seine Erwartungen schon ein wenig größer, auch wenn er sie nicht so gerne formuliert. „Insgeheim hoffe ich schon, dass er noch ein bisschen besser abschneidet.“ Zu Martin Sterzenbachs 157. Sieg in einem S-Springen wird es ausgerechnet beim Großen Preis wohl kaum reichen – aber er hat in Gahlen ja noch viele andere heiße Eisen im Feuer.