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Spiel mit Profis ist kein Pappenstiel

14.02.2012 | 17:11 Uhr
Spiel mit Profis ist kein Pappenstiel

Emmerich.Schule ist langweilig. Sport macht keinen Spaß. Den Lehrern hört niemand zu. Und die Schüler machen eh, was sie wollen. Mit diesen Vorurteilen wissen zwei gut aufzuräumen: Die beiden ehemaligen Bundesligaprofis Michael Klinkert und Marcel Witeczek machten den Schülern des Förderzentrums Grunewald „dem Gammeln den Garaus“. Hinter diesem Titel verbirgt sich das Projekt, mit dem die Schule sich bei der landesweiten Initiative „Fit durch die Schule“ beworben hat.

Freude an Bewegung weitergeben

Die Freude am Sport zu vermitteln, ist die Intention von Schulleiterin Regina Henke sowie Martin Friedrich, Lehrer des Förderzentrums. Die AOK Rheinland/Hamburg sowie das NRW-Schulministerium fördert die Emmericher Schule nun nicht nur mit 3000 Euro. Ein Fußballtraining mit zweien, die sich, wenn es um das Bolzen geht, auskennen, stand zusätzlich auf dem Programm. „Für unsere Schüler ist dies etwas ganz Besonderes. Das Training ist für uns und unsere Arbeit eine große Bereicherung“, freute sich Henke über die zum bereits zweiten Mal mit ihren Schülern stattfindende Sportveranstaltung.

„Im vergangenen Jahr haben wir draußen auf dem Platz des VfB Rheingold bei Wind und Wetter gespielt“, erinnerte sich der Referent für Gesundheitsförderung der AOK in Düsseldorf, Christian van de Loecht. Aufgrund der Kälte wurde dieses Mal die Turnhalle der Schule bevorzugt.

74 Schulen in NRW werden finanziell durch dieses Projekt unterstützt. Etwa 40 davon erhalten auf eigene Anfrage dieses Fußballtraining, erklärte van de Loecht. Seit einigen Jahren seien Witeczek und Klinker, die seit gemeinsamen Tagen bei Borussia Mönchengladbach befreundet sind, bei der AOK als Referenten für Platzförderung angestellt.

„Dies ist bereits die 36. Schule, an der das Training durchgeführt wird. Es macht uns und den Schülern jedes Mal Spaß. Hier benehmen sich die Jugendlichen anders als bei den Lehrern, wurde uns mitgeteilt“, so Witeczek. Und in der Tat, dies konnte auch Johannes Reißmüller, Lehrer an der Schule im Grunewald, bestätigen. „Man hätte eine Stecknadel fallen hören können“, so der junge Mann, der seine Schützlinge kaum wieder zu erkennen vermochte. „Es herrschte ehrfürchtige Stille bei der Begrüßung durch die Trainer.“

Aufgeteilt in zwei Gruppen wurden zunächst die Schüler der Klassen fünf und sechs sowie anschließend ihre älteren Mitschüler auf den Sportplatz zitiert. „Die Teilnahme ist freiwillig“, freute sich die Schulleiterin über die dennoch große Teilnehmerzahl.

Aufwärmübungen führten die Sportstunde an. „Bei den Jüngeren standen viele Motorikspiele auf dem Programm, wobei die Großen mehr Fußball spielten“, erklärte Johannes Verfürth, Leiter der AOK-Geschäftsstelle Kleve. Liegestütze als Maßnahme, wenn über das Tor geschossen wurde, standen auf der Tagesordnung. Eine Extrarunde laufen, wenn der Ball geköpft wurde, jedoch mit den Händen gefangen werden sollte. Ganz und gar kein Pappenstiel, dieses Training mit Profis. Die wissen, wo es langgeht. Geschimpft wurde über diese Maßnahmen aber nicht. Ganz im Gegenteil: „Besonders, dass wir so hart ran genommen wurden und Liegestütze machen mussten, hat mir gefallen“, schwärmte der 14-jährige Niklas.

Begeisterung auch bei den Mädchen

Fußball ist nur etwas für Jungs? Von wegen! Auch Christina, die ohnehin im Verein Fußball spielt, war begeistert: „Mir hat es großen Spaß gemacht, selbst die Strafrunden. Das kenne ich vom Fußballtraining“, so die 13-Jährige, „unsere beiden Trainer haben das wirklich gut gemacht!“

Nach dem Sport gab es noch die Möglichkeit, Autogramme der Profis zu ergattern und ihnen Fragen zu stellen. Der Blick in strahlende Schüleraugen bestätigte, dass das Projekts ein runde Sache war.

Stephanie Gorgs

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