Sein Fokus liegt auf dem Nachwuchs

Stefan Scholten hat nach 26 Jahren den Posten des Jugendwartes beim TTV Rees-Groinabgegeben, ist aber weiter erster Vorsitzender.
Stefan Scholten hat nach 26 Jahren den Posten des Jugendwartes beim TTV Rees-Groinabgegeben, ist aber weiter erster Vorsitzender.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
  • Nach 26 Jahren hat Stefan Scholten den Posten des Jugendwartes beim TTV Rees-Groin abgegeben
  • Der 47-Jährige fungiert aber weiterhin als erster Vorsitzender des Vereins
  • Mit insgesamt neun Nachwuchsteams bildet der TTV heute eine rühmliche Ausnahme

Rees..  Seit Jahrzehnten ist der TTV Rees-Groin für seine engagierte und erfolgreiche Nachwuchsarbeit bekannt. Ein maßgeblicher Faktor dabei ist Stefan Scholten, der 1990 den Posten des Jugendwartes vom heutigen WTTV-Vorsitzenden Helmut Joosten übernommen hatte. Doch damit nicht genug, seit 2005 fungiert Scholten in Personalunion auch als erster Vorsitzender des TTV.

Nach 26 Jahren hat der 47-Jährige jetzt aber den Job des Jugendwartes abgegeben – in erster Linie aus gesundheitlichen Gründen. Katharina Kock wird mit Unterstützung von Horst Kistemann seine Arbeit in diesem Bereich fortführen. „Natürlich stehe ich aber weiter bei Fragen und als Ansprechpartner zur Verfügung und bleibe als Vorsitzender im Bilde“, erklärt Scholten, der findet, dass „der Jugendwart für die Entwicklung eines Vereins eigentlich noch wichtiger ist als der Vorsitzende“. Deshalb sei ihm diese Entscheidung auch nicht leicht gefallen, gibt der Reeser zu, der zudem die Vorstandsarbeit auf inzwischen deutlich mehr Schultern verteilt hat. „Und das klappt wirklich gut“, ist er froh über die Unterstützung.

„Meine erste Priorität ist es nun gesund zu werden, um dann auch wieder im Job Fuß fassen zu können“, sagt Scholten, der daher außer dem TTV-Vorsitz alle anderen Posten im Tischtennis erst einmal abgegeben hat. In besten Zeiten übte der Reeser im Verein, Kreis, Bezirk und Verband neun (!) verschiedene Ämter und Funktionen aus.

Neun Jugendmannschaften

Mit insgesamt neun Nachwuchsteams bildet der TTV heute eine rühmliche Ausnahme. In vielen Tischtennis-Clubs gibt es nicht mal mehr eine Jugendmannschaft. Auch viele Mädchen sind in Rees im Einsatz. Da es aber gerade im weiblichen Bereich inzwischen fast überall einen gravierenden Mangel gibt, sind bereits in fast sämtlichen Ligen gemischte Teams unterwegs. „Da muss man ganz schön jonglieren, wenn man alle Mädchen und Jungen leistungsgerecht einsetzen will“, stehen Scholten und Co auch hier vor immer größeren Herausforderungen.

Der Vorsitzende unterstreicht, dass man in puncto Mitgliedergewinnung immer am Ball bleiben muss. „Bei den B- und C-Schülern sieht es auch bei uns nicht mehr ganz so gut aus“, erzählt Scholten, der daher künftig mit seinem Verein wieder verstärkt in die Schulen gehen wird. Eine Tischtennis AG soll es neben der Realschule bald auch wieder an der Grundschule geben. Und auch im offenen Ganztag soll künftig mit den kleinen weißen Bällen gespielt werden. „Wir haben ein Stipendium für junges Ehrenamt im Sport beantragt“, hofft Scholten hier auf Unterstützung auf diesem Weg. Zudem werden sich die Reeser erneut beim Tag der offenen Tür in der Realschule präsentieren und Minimeisterschaften austragen.

Von der hervorragenden Nachwuchsarbeit profitiert in den letzten Jahren immer auch wieder die erste Mannschaft, die momentan in der NRW-Liga aktiv ist. Neben den Eigengewächsen ist das Team auch für Talente aus benachbarten Vereinen attraktiv. So entschied sich zur aktuellen Saison Cedric Görtz trotz weiterer Angebote für den Wechsel von WRW Kleve nach Rees, weil gute Trainingsbedingungen und der Zusammenhalt für ihn die wichtigsten Faktoren sind. Dass der zurückhaltende Youngster dann gleich so einschlug, überrascht aber auch Scholten. „Der ist eine absolute Maschine“, lobt der Vereinschef die konstant-starken Auftritte des 17-Jährigen, der im oberen Paarkreuz bislang auf eine lupenreine 8:0-Bilanz kommt.