Rheingold verabschiedet den zwölften Mann

Vor dem letzten Spiel der Saison 2014/15 bedankte sich die komplette Rheingold-Mannschaft bei ihrem langjährigen Betreuer Rudi Knümann.
Vor dem letzten Spiel der Saison 2014/15 bedankte sich die komplette Rheingold-Mannschaft bei ihrem langjährigen Betreuer Rudi Knümann.
Foto: FUNKE Foto Services

Emmerich..  Bei den Schwarz-Weißen ist Rudi Knümann bekannt wie ein bunter Hund. Seitdem er 1969 vom BV Osterfeld als Verstärkung für die damalige Landesliga-Mannschaft des VfB Rheingold nach Emmerich kam, ist er fester Bestandteil des Traditionsvereins. Zunächst als Spieler, anschließend als Trainer, Platzwart, Schiedsrichter und zuletzt 15 Jahre als Betreuer der ersten Mannschaft – und das immer mit viel Herzblut.

Vor dem letzten Spiel der gerade beendeten A-Liga-Saison wurde der 67-Jährige offiziell als Betreuer verabschiedet. „So lange ich denken kann, ist der Rudi da, er ist die Seele vom Verein. Auf ihn kann man sich immer hundertprozentig verlassen. Ich schätze seine wunderbar offene und ehrliche Art“, sagt VfB-Vorsitzender Thomas Voetmann, der schmunzelnd noch hinzufügt: ,Wenn Rudi nicht mehr meckert, dann geht es ihm nicht gut“. Mit dem Ablauf seiner Tätigkeit als Betreuer gehe eine Ära zu Ende, so Voetmann, der Knümann im Namen des Vorstandes einen Trainingsanzug mit dem Aufdruck „Unbezahlbar – 12. Mann“ überreichte. Auch die komplette Mannschaft bedankte sich bei ihrem langjährigen Betreuer vor dem Match gegen Dingden. Zur Erinnerung gab’s von den Spielern ein gerahmtes Trikot.

„An dem Tag sind auch ein paar Tränchen geflossen, das war nochmal ein absoluter Höhepunkt für mich“, erlebte Knümann emotionale Stunden. „Holger Wieggers hat mich damals überredet, Betreuer zu werden“, erinnert sich der 67-Jährige an die Anfänge seines „Jobs“ im Jahr 2000. Trikots, Bälle, Getränkekisten und vieles mehr waren fortan sein Metier. Und die Fahne als Linienrichter übernahm er ebenfalls. „Man muss schon sehr viel Zeit investieren“, weiß Knümann, „Ich habe dem Verein aber jede Menge zu verdanken und daher gerne auch viel zurückgegeben“.

Gebürtiger Oberhausener

Richtig an die Nieren ist Knümann die vergangene Saison gegangen, als die Mannschaft lange am Abgrund zur B-Liga schwebte. „Da ist mir wirklich ein ganz großer Stein vom Herzen gefallen, dass wir noch den Klassenerhalt geschafft haben“, so Knümann, der gebürtiger Oberhausener ist und dessen große Leidenschaft – neben dem VfB Rheingold – auch heute noch RW Oberhausen ist. So fährt er immer noch regelmäßig ins Stadion Niederrhein, um den Regionalligisten zu unterstützen.

Es sei schön, künftig weniger Stress zu haben und auch mal entspannt auf der Terrasse sitzen zu können, findet Knümann, dessen Aufgaben als Betreuer der ersten Mannschaft nun Klaus Breuer übernimmt. „Aber ich bin ja nicht weg und werde dem Verein weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen“.