Realistische Chance auf die Meisterschaft

Am Niederrhein..  Vor dem Saisonstart hatte sich Mark Lanfermann noch betont zurückhaltend gegeben. Forsche Töne waren ja auch nicht angesagt. Schließlich waren dem Trainer der SV 08/29 Friedrichsfeld die meisten Kontrahenten in der neuen Gruppe sieben völlig unbekannt. Und obendrein hatte sich sein eigenes Team in den vorangegangenen Spielzeiten nicht gerade als ein Muster an Konstanz präsentiert. Mittlerweile aber hat sich „Lampe“ nicht nur ein umfassendes Bild von der Konkurrenz machen können, auch seine Schützlinge überraschten den Coach überwiegend positiv. Das vorläufige Ergebnis ist nicht nur die Herbstmeisterschaft in der Fußball-Bezirksliga, sondern auch die Erkenntnis: „Wir haben diesmal eine realistische Chance, es zu packen.“

Positive Anzeichen

„Es“ – das meint die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga. Dahin ist es für die „Vereinigten“ natürlich noch ein sehr weiter Weg, doch es gibt viele positive Anzeichen, die Mut machen, dass der Coup tatsächlich gelingen könnte.

1. Was im Vorfeld schon vermutet wurde, zeigte sich ziemlich schnell bestätigt. Die Gegner agieren zum großen Teil nicht auf dem Niveau wie in der Möllener/Oberlohberger-Gruppe mit den starken Teams aus Duisburg und Oberhausen. Als härtesten Konkurrenten schätzt Lanfermann allerdings die Oberliga-Reserve der SV Hönnepel-Niedermörmter ein: „Deren erste Mannschaft wird wahrscheinlich im Mittelfeld landen. Sie hätten also durchaus die Möglichkeit, die Reserve in der Rückrunde immer wieder zu verstärken“, meint der 08/29-Trainer.

2. Trotz phasenweise großer Verletzungssorgen – vor allem Leistungsträger wie Thomas Giesen, Andreas Gnielka oder Maximilian Kögel fehlten über Wochen – steht Friedrichsfeld ganz oben. Läuft es in der Rückrunde personell wieder besser, dürfte die Mannschaft noch schwerer zu bezwingen sein.

3. Friedrichsfeld präsentierte sich vor allem am heimischen Tannenbusch richtig gut, ließ dort fast gar keine Federn und schoss manchen Gegner regelrecht ab. Auswärts hätte es dagegen noch besser laufen können. Lanfermann jedenfalls ist optimistisch, dass das gelingt.

4. In den letzten Jahren machte sich häufig eine gewisse Schludrigkeit bemerkbar. Friedrichsfeld dominierte zwar die allermeisten Spiele, gab aber immer wieder Punkte her. Dieses Problem scheint nahezu gänzlich abgestellt. Als Beweis darf auch das letzte Spiel bei Olympia Bocholt gelten, als der Tabellenführer auf den unglücklichen Ausgleich der Bocholter kurz vor Schluss noch einmal mit dem 4:3-Siegtreffer konterte. Auch das Spitzenspiel in Hamminkeln, das 2:2 endete, ist für Lanfermann ein Fingerzeig. „Da hätten wir in der letzten Saison nach diesem Verlauf wahrscheinlich auch noch verloren. So konnten wir immerhin einen Punkt mitnehmen“, meint der Trainer.

In der Winterpause könnte es nun sogar noch den ein oder anderen Neuzugang geben. Gespräche werden geführt. Druck haben die Verantwortlichen nicht. Die große Chance ist da. So oder so.