PSV verteidigt den Titel

Am Niederrhein..  Ein Endspiel, zwei Sieger: Der PSV Lackhausen sicherte sich als Titelverteidiger über weite Strecken sehr souverän den Pokal des Weseler Fußball-Stadtmeisters auch unter dem Dach. In der bis zuletzt sehr gut gefüllten Rundsporthalle setzte sich der Landesligist im Endspiel mit 4:1 gegen Wesel Anadolu Spor durch. Aber auch der B-Ligist hatte nur wenig Grund, traurig zu sein. Als Gastgeber bekam Anadolu viel Lob für sein kulinarisches Angebot und den reibungslosen Ablauf. Zudem war es das erste Mal, dass der noch relativ junge Verein das Endspiel der Stadtmeisterschaften in der Halle erreichte.

Viel Lob für Ausrichter Anadolu Spor

„Wir haben uns als Gastgeber und auch sportlich sehr gut präsentiert“, resümierte ein zufriedener Anadolu-Coach Ismail Samhal. „Schade, dass der krönende Abschluss für uns fehlte, aber wir können trotzdem sehr zufrieden sein. In einem Finale entscheiden auch die Erfahrung und ein wenig das Glück wie bei dem abgefälschten Schuss zum 1:3.“

Doch man soll den Tag nicht vor dem Abend loben – und auch nicht vor dem letzten Spiel der Zwischenrunde. Für die Weseler Fußball-Stadtmeisterschaft in der Rundsporthalle ging es bis dato erfreulich harmonisch auf dem Feld zu. Fouls und vielleicht auch Zeitstrafen und Neunmeter gehören zu diesem Sport in einem gewissen Rahmen dazu. Aber es waren sich im Gegensatz zu den vergangenen Jahren keine Kicker „in die Haare“ geraten.

Doch plötzlich ging es für zwei Akteure in der Partie Viktoria Wesel gegen SuS Wesel-Nord nicht mehr nur darum, wer noch zum Neunmeterschießen um Platz drei antreten darf, sondern wer sich vor großer Kulisse was nicht gefallen lässt. Florian Schmitz (Viktoria) reagierte auf das Foul von Kai Graf (SuS) mit dem Versuch einer „Kopfnuss“, sein Kontrahent schubste ihn vehement von sich. Schnell waren sich beide Kicker einig, die Sache doch mit der Faust weiter austragen zu können und mussten von ihren Mitspielern tatkräftig getrennt werden. Wenige Zentimeter hatten zum Tatbestand der schweren Körperverletzung gefehlt. Dass beide Spieler die Rote Karte sahen und für längere Zeit aus dem Fußball-Verkehr gezogen werden dürften, geriet anschließend schon fast zur Nebensache.

„Das ist natürlich nicht schön, aber mein Spieler hat nicht angefangen und nur reagiert“, meinte der neue SuS-Trainer Stefan den Brock. „Ansonsten haben wir uns hier sehr ordentlich präsentiert. Und dass wir mit dieser neu formierten Mannschaft Dritter werden, damit hatte auch keiner gerechnet. Von daher bin ich sehr zufrieden.“

Wie sein Vorgänger Sascha Faßbender musste auch Rocco Steinert als Trainer der Viktoria nach der Stadtmeisterschaft mehr über eine Szene als das Sportliche reden. „Ich bin anschließend sofort aus der Halle gegangen, bevor ich noch etwas Falsches sage oder tue“, so Steinert einen Tag später. „Eigentlich bin ich immer noch geschockt. Ich habe gehört, dass unser Spieler zuvor am Boden liegend vor den Kopf getreten wurde. Das macht es nicht besser, aber ich muss erst mit ihm reden.“