Letzte Zweifel am Klassenerhalt sind beseitigt

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Praest..  Michael Kühn musste nach dem Abpfiff nochmal nachfragen: „Sind wir jetzt wirklich durch?“, wollte der Vorsitzende des RSV Praest wissen. Die allgemeine Bestätigung nach dem 3:3-Remis beim PSV Wesel-Lackhausen II ließ Kühn kräftig durchatmen. Die Schwarz-Gelben sind auch in der kommenden Saison definitiv Bezirksligist. „Wir sind einfach froh, dass wir nach dieser Seuchensaison den Klassenerhalt geschafft haben“, zeigte sich auch der Praester Trainer Roland Kock erleichtert. „Dieses Spiel mit vielen Aufs und Abs war noch einmal symptomatisch für die ganze Saison“, meinte Kock. Bei der mit Abstand schlechtesten Rückrundenmannschaft lagen die Praester zweimal mit zwei Toren im Hintertreffen, ehe die Gäste das Match noch ausgleichen konnten.

Dreierpack von Hassan Hamzaoglu

Im ersten Durchgang spielte der quirlige und ungemein agile PSV-Stürmer Hassan Hamzaoglu die RSV-Defensive phasenweise schwindelig. Schon nach vier Minuten traf der Lackhausener völlig frei per Kopf aus kurzer Distanz zum 1:0. Nach 19 Minuten verpasste Hamzaoglu nach einem Gottschling-Fehler und einem Ausrutscher von RSV-Keeper Sascha Zwiekhorst das leere Tor nur knapp, in der 27. Minute ließ der Weseler Angreifer aber erneut die komplette RSV-Abwehr alt aussehen und verwandelte nach tollem Solo zum 2:0. Die Praester leisteten sich auch in der Folge immer wieder Fehlpässe und Ballverluste. Keeper Sascha Zwiekhorst fiel zudem durch eine Schauspieleinlage negativ auf, als er eine Tätlichkeit eines Weselers vortäuschte, die vom exzellenten Schiedsrichter Marcel Pelgrim, der stets auf Ballhöhe war, dann auch mit dem gelben Karton geahndet wurde.

Praktisch mit dem Pausenpfiff durften die Praester dann aber doch ein Erfolgserlebnis feiern, als Michael Schulz nach Hereingabe von Marvin Müller zum 1:2 verkürzte.

Zur zweiten Hälfte brachte Roland Kock Sven Dienberg und Sebastian Brömmel. Brömmel wusste fortan als stabilisierender Faktor im defensiven Mittelfeld zu überzeugen. Zunächst allerdings markierte Hamzaoglu seinen dritten Treffer, als Zwiekhorst zu zögerlich agierte und der Weseler zum 3:1 eher am Ball war (47.). Ein Elfmeter brachte die Praester dann nach einer Stunde zurück ins Spiel, als Dennis Thyssen gefoult wurde und es keinen Zweifel am Pfiff des Referees gab. Michael Schulz verwandelte zum 2:3. Nur vier Minuten später egalisierten die Gäste, als nach einer Ecke von Sven Dienberg Dennis Thyssen zur Stelle war und das 3:3 markierte. Im Anschluss hatten beide Teams noch eine Großchance. Auf Seiten der Hausherren schoss Hamzaoglu über das Gehäuse (77.), RSV-Mittelfeldakteur Marcel Wolters scheiterte anschließend freistehend an PSV-Keeper Dario Abbrescia (86.).

Doppeltorschütze mit Wadenkrampf

Die letzten Sekunden der Partie verbrachte Doppeltorschütze Michael Schulz mit einem Wadenkrampf auf dem Boden. „Das habe ich noch nie gehabt“, konnte der Praester Allrounder angesichts des perfekten Klassenerhalts aber wenig später schon wieder lachen. Trauer herrschte hingegen bei der Lackhausener Reserve, die durch das Remis als Absteiger feststeht.

Am Rande der Partie wurde im Übrigen bekannt, dass Patrick Gottschling nun doch nicht zum SV Rees wechseln wird. Dort sollte der 32-Jährige eigentlich zur kommenden Saison als spielender Co-Trainer fungieren. „Ich habe in Rees abgesagt, weil ich aus beruflichen Gründen momentan selbst kaum trainieren kann und werde daher als Spieler in Praest bleiben“, so Gottschling.